Folge 160: Biolandwirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen – Prof. Sabine Seidel im Gespräch

Shownotes

In dieser Folge von Agrar Science – Wissen kompakt lernen wir Univ.-Prof. Dr. Sabine Seidel kennen, die neue Professorin für Biologische Landwirtschaft an der BOKU Wien.

Gemeinsam mit Priv. Doz. Dr. Andreas Steinwidder spricht Univ.-Prof. Dr. Sabine Seidel über ihre Vision einer Landwirtschaft, die Verantwortung übernimmt – für Böden, Klima und Vielfalt des Lebens.

Wir erfahren, welche Rolle Mischkulturen, digitale Modelle und KI in der Forschung der Zukunft spielen, und wie Biolandwirtschaft helfen kann, innerhalb der planetaren Grenzen zu wirtschaften.

Ein inspirierendes Gespräch über Wissenschaft, Nachhaltigkeit und die Zukunft des Bio-Landbaus.

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00:00:09: Willkommen zu einer neuen Folge von Agrar Science Wissenkompakt, dem Podcast der Hapelevoraum bei Gumpenstein.

00:00:14: Mein Name ist Andreas Stein wieder und heute lernen wir eine spannende neue Stimme der ökologischen Landwirtschaft kennen.

00:00:22: Frau Universitätsprofessorin Dr.

00:00:24: Sabine Seidel, die seit kurzem das Institut für Biologische Landwirtschaft an der Boku in Wien leitet.

00:00:31: Wir sprechen über ihre Vision einer Landwirtschaft innerhalb der planetanen Grenzen.

00:00:36: über ihre Forschung zu klimaresilienten Anbausystemen und warum sie überzeugt ist, dass biologische Landwirtschaft Verantwortung für Böden, Klima und Biodiversität bedeutet.

00:00:49: Ein Gespräch über Zukunft, Wissenschaft und Leidenschaft für die Landwirtschaft.

00:00:54: Schön, dass Sie dabei sind, liebe Zuhörende.

00:00:57: Liebe Sabine, herzlich willkommen im Podcast.

00:01:00: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:02: Sabine, wir sind heute hier an der Universität für Bodenkultur.

00:01:05: Und uns interessiert in Österreich natürlich, wie du zur biologischen Landwirtschaft gekommen bist.

00:01:12: Du hast dich ja sehr früh schon in deiner Kindheit mit der gesunden Ernährung beschäftigt und mit Biodiversitätsfragen in deiner Jugend.

00:01:22: Und wie ist es dann weitergegangen?

00:01:25: Ja, ich bin in den Anfang der achtziger Jahren in Oberbayern geboren und an der Milchviehregion und habe mich auch sehr früh schon für Umweltthemen, für Klimawandel, Klimaschutz, Tierwohl und Biodiversität im Allgemeinen interessiert.

00:01:39: Und dann habe ich mich auch sehr früh entschieden, Landwirtschaft zu studieren.

00:01:43: Ich bin dann an die Tiermünchen gegangen, habe dort eben Agrarwissenschaften studiert und mich auf Pflanzenwissenschaften spezialisiert.

00:01:50: Ich war dann auch vielmehr aus Land, vor allem auch in Lateinamerika.

00:01:54: und bin dann für meine Promotion nach Dresden gegangen und habe mich dort in Richtung Bewässerung spezialisiert, Bewässerung und Pflanzenmodellierung und bin dann wieder zurück eigentlich in den Pflanzenbau und war für mehrere Jahre, knapp zehn Jahre an der Uni in Bonn.

00:02:14: Und habe dort, war dort am kommensionellen Pflanzenbau angesiedelt, aber habe eigentlich fast alle meine Projekte zusammen mit dem ökologischen Landbau auch gemeinsam gemacht und mit der Bodenkunde eigentlich immer sehr interdisziplinär gearbeitet.

00:02:26: Und ja, seit, ja genau, dann war ich mehrere Jahre, fünf Jahre im DFG-Exzellenz-Cluster Phenorob beschäftigt und bin seit März nun die Professorin für Biologische Landwirtschaft.

00:02:38: Und hier erfüllt sich ein Traum für mich, muss ich sagen.

00:02:40: Ja,

00:02:41: wir freuen uns sehr, dass du bei uns in Österreich bist.

00:02:44: Bleiben wir vielleicht noch ein bisschen Schwerpunkte in

00:02:47: München,

00:02:48: in der Grawissenschaft München.

00:02:50: Was waren hier die prägenden Bereiche oder was hast du dort mitgenommen?

00:02:54: Ich habe mich dort insbesondere mit pflanzenbaulichen Themen befasst und mit pflanzenden Nährungen.

00:03:00: Auch schon mit dem Thema Bewässerung, das war schon sehr früh ein interessantes Thema, also Wasserstress, Trockenstress und Ernährstoffdynamiken.

00:03:08: Ich habe dort auch viel mit dem ökologischen Landbau zusammengearbeitet und dort die Vorlesungen besucht und eben auch mit der Bodenkunde.

00:03:15: Das waren auch schon immer meine Lieblingsthemen, eigentlich budenkundliche Themen.

00:03:19: Du bist viel herumgesprungen, du bist dann auf die TU Interessen gekommen.

00:03:23: Technische Universität, wie passt das zu dir?

00:03:27: Ich war ja auch vorher schon an der Technischen Universität T.U.

00:03:30: München.

00:03:32: Ich bin auch Ingenieurin, insofern passt das eigentlich gut.

00:03:34: Und ich habe in der Hydrologie promoviert, das ist tatsächlich ein ganz anderer Disziplin dort.

00:03:40: geht es viel um Hochwasser, Niedrigwasser, Modellierung, also eigentlich ganz anders.

00:03:44: Aber ich habe mich eben mit dem Thema Bewässerung beschäftigt, dass dort auch ein Forschungsschwerpunkt ist.

00:03:50: Ein wichtiges Thema

00:03:51: in Zukunft, oder?

00:03:52: Absolut, überhaupt weltweit, genau.

00:03:55: Siebzig Prozent des Süßwassers weltweit wird für Bewässerung verwendet.

00:04:00: Und da bin ich eigentlich über die Hydrologie, bin ich an die Modellierung, an die prozessbasierte Modellierung gekommen.

00:04:06: Die Hydrologen modellieren sehr viel, messen natürlich auch viel, aber müssen eben viel Prognosen machen und abschätzen von Niedrig und Hochwasser.

00:04:13: Und da bin ich so ein bisschen in diese Mathematik schiene, sag ich mal.

00:04:18: Und

00:04:18: da bist du immer noch mittendrin, oder du hast jetzt auch noch Modellieren mit Gleichungssystemen, die nicht unbedingt KI sind, aber KI wird in Zukunft wahrscheinlich mit verschmelzen dahin, oder kann man das so sagen?

00:04:31: Ja, das kann man so sagen, genau.

00:04:33: Also prozessbasierte Modellierung, eine reine prozessbasierte Modellierung, es eigentlich basiert eigentlich auf akronomischen Prinzipien, also Prinzipien, die wir eigentlich... schon lange wissen.

00:04:44: Genau, als Zusammenhang zwischen Strahlung und Biomasse oder BBCH-Steilung und Temperatur.

00:04:49: Das gießt man in Gleichungen.

00:04:50: Das

00:04:50: gießt man in Gleichungen und die sind auch oft mathematisch gar nicht besonders schwierig.

00:04:55: Aber wenn man eben sehr viele Gleichungen kombiniert, wird es natürlich irgendwann schwierig und man braucht ein mathematisches Modell.

00:05:02: Man kann das nicht mehr selber im Kopf sozusagen lösen.

00:05:05: Und mit diesen Modellen habe ich sehr viel gearbeitet.

00:05:07: Kann man sehr viele Fragen... adressieren.

00:05:11: Also man kann zum Beispiel Feldversuche nachbilden mit dem Modell und dann verschiedene Variablen, die man nur sehr schwer messen kann, modellieren.

00:05:19: Also zum Beispiel die Stickstoffaufnahmen in einer Mischung, also in einer bestimmten Bodentiefe, das könnte man zwar messen mit den Isotropen, aber das wäre super aufwendig, super kompliziert.

00:05:30: Wenn man aber ein Modell hat, das getestet ist, kann man das eigentlich ganz gut schätzen und macht sich das Leben ein bisschen einfacher und kann so ein bisschen die Prozesse voneinander trennen.

00:05:40: Und kann auch in die Zukunft schauen und auch bei neuen Versuchen schon vorab vorauskalkulieren und dann dieses Modelergebnis wieder in der Realität prüfen, oder?

00:05:50: Man kann für einen Szenarien rechnen, man könnte beispielsweise überlegen, was passiert, wenn ich ein anderes Wetter gehabt hätte oder haben würde oder was passiert, wenn ich mehr oder weniger Dünge appliziert hätte oder würde.

00:06:03: Man kann eben sehr einfach dann Szenarien rechnen und versteht so viel mehr.

00:06:08: Viele über das System.

00:06:09: Wir kennen das ja auch sehr stark aus der Klimafolgenforschung.

00:06:14: Modellierung, beispielsweise diese Karten kennen Sie vielleicht auch, weizen Erträger europaweit in der Zukunft modelliert werden, also die sind häufig auf Basis von diesen prozessbasierten Modellen.

00:06:26: Du bist sehr interdisziplinär unterwegs gewesen, aus mit vielen unterschiedlichen Forschungsdisziplinen zusammengearbeitet, wenn ich an das Exzellenzcluster Phenorob denke, warum ist es dabei gegangen?

00:06:40: Was war dein Bad und was haben die Kolleginnen und Kollegen gemacht in diesen Forschungsprojekten?

00:06:45: Ja, also das würde jetzt sicherlich dem Podcast springen.

00:06:48: Das war ein sehr großes Cluster mit sehr, sehr vielen Disziplinen.

00:06:53: Also das Cluster heißt, das ging jetzt auch in die zweite Phase, das heißt Pheno-Rob.

00:06:57: Das heißt, es ging um Phenotyping und Robotics für eine nachhaltige Landwirtschaft.

00:07:03: Und war eben, wie gesagt, jetzt interdisziplinär von Informatikern über Giudäten, Bodenkunde, Pflanzenbau, Pflanzenernährung, Molekulagenitiker.

00:07:14: Was war das Ziel?

00:07:16: Das Ziel ist, Technologien zu entwickeln oder zu testen, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.

00:07:23: Was kann ich mir vorstellen?

00:07:24: Er geht es um Beikrautregulierung, geht es um ... Roboter, die durch die Felder fahren?

00:07:31: Genau, also im Endeffekt ja, wobei wir relativ wenig an Hardware experimentiert haben, sondern mehr mit Software gearbeitet haben.

00:07:40: Also Hackroboter oder Roboter, die Unkräuter kennen, sind ja in aller Munde.

00:07:43: Und wir haben uns aber eigentlich ein bisschen überlegt, er überlegt, welche Unkräuter, also die eine Frage ist ja, kann die Software die Unkräuter schon erkennen?

00:07:54: Und die finde ich fast.

00:07:55: eine spannende Frage ist ja... Was resultiert danach?

00:07:58: Also was mache ich mit diesen Unkräutern?

00:08:00: Welche Unkräuter lasse ich stehen, weil sie einen ökologischen Nutzen haben?

00:08:04: Welche Unkräuter vernichte ich und wie vernichte ich sie?

00:08:07: Um diese Fragen ging es sozusagen eher.

00:08:10: Ist ja spannend, weil du dich auch mit den Mischkulturen beschäftigst und ich denke mir oft persönlich, ist nicht die Robotik eine Gefahr für diesen Bereich, werden wir Weil die Robotik braucht dann vielleicht auch einheitliche große Felder, damit sie ökonomisch die relativ hohen Kosten sozusagen, die sie mitbringt, abarbeiten kann.

00:08:37: Und dann ist ein Mischkultur- oder Streifenanbau vielleicht gerade etwas sehr Schwieriges für Robotik oder etwas, was noch relativ weit weg ist, das zu beherrschendechnisch.

00:08:47: Wie schätzt du das ein?

00:08:48: und dann reden wir ein bisschen über Mischkulturen?

00:08:52: Roboter kosten, da kenne ich mich jetzt ehrlich gesagt nicht so aus.

00:08:55: Ich kann mir schon vorstellen, die sind im Moment natürlich teuer und vor allem brauchen sie ja noch relativ viel menschliche Betreuung.

00:09:00: Und große Schläge oder sonst habe ich viel Zeit zu verwenden, um sie weiter zu transportieren von einem Schlag auf den nächsten und solche Sachen.

00:09:07: Aber innerhalb eines Schlages fahren sie ja schon automatisiert mittlerweile und es gibt ja auch kleine Roboter, also Division.

00:09:14: Von Phenorob ist, dass man eigentlich Roboter-Schwärme hat, das können ja auch Drohnen sein, die sozusagen autonom Tätigkeiten durchführen und eben hohe Lohnkosten einsparen.

00:09:23: Das ist sozusagen die Idee und das funktioniert in Mischkulturen natürlich einerseits, aber ein Schwerpunkt in Phenorob war auch die... Nutzung in sogenannten patchy Fields, also in heterogenen Schlägen, die gar keiner muss da folgen.

00:09:39: Also die folgen eigentlich nur der Bodencharakteristika.

00:09:42: Also wenn man bestimmte... Flächen hat oder Regionen im Feld hat, die es unter denen liegt eine Sandlinse oder eine Tonlinse, dass man diese aus der intensiven Wirtschaftung rausnimmt und dort etwas anderes anbaut.

00:09:56: Der Roboter kann dann viel einfacher außen rumfahren oder viel einfacher im Akroforzsystem entlangfahren, ohne zu schälen zu führen.

00:10:04: Und das ist eben die Idee, dass man durch diese kleineren, fix lieberen... ob er da komplexere Schläge besser bewirtschaften kann und nicht mehr eben mit diesen großen Traktoren ausfeld fahren muss.

00:10:15: Spannend.

00:10:16: Thema Mischkulturen.

00:10:18: Persönlich fasziniert mich das auch sehr, weil ich glaube, dass das auch ein Weg ist, wo wir Biodiversität zum Beispiel in die Regionen bringen können, mehr, wo wir auch effizienter werden könnten.

00:10:29: Natürlich müssen diese Mischkultur-Partner gut zusammenpassen und haben auch einige Herausforderungen.

00:10:35: Konkret, in welche Bereich es ist.

00:10:37: Hast du hier hineingearbeitet?

00:10:39: Ich habe mich am Rande einmal mit Gemengen in Zwischenfruchtanbau befasst.

00:10:46: Das war ein Projekt von einem Kollegen.

00:10:48: Das fand ich ganz spannend.

00:10:49: Da ging es vor allem darum, die Bodenstruktur zu verändern.

00:10:54: Aber insbesondere haben wir mit getreide Leguminosenmischungen gearbeitet und haben uns ein bisschen von Gemengen Richtung Streifen entwickelt in den letzten Jahren, weil Gemengen einfach schwieriger zu handhaben sind.

00:11:05: Bei einer Zwischenfrucht ist es natürlich egal, aber bei einer normalen Kultur wird es sich dann

00:11:09: irgendwann... ...ab reife Zeitpunkt, Beikraut, Pflanzenschluss, und und und.

00:11:16: Genau, dort haben wir eben mit Sommerweizen, Ackerbohne, relativ viele Versuche gemacht mit Fokus auf Stickstoff.

00:11:22: Verluste, Erträge und das war eigentlich recht spannend, aber wie gesagt haben wir uns so ein bisschen Richtung Streifenanbau auch spezialisiert, weil einfach Kulturen im Streifenanbau besser bewirtschaftet werden können.

00:11:35: und klar, man hat natürlich weniger Interaktion, das ist richtig, aber man kann es auch einfach... einfacher managen.

00:11:44: Und wenn man jetzt an Biodiversitätseffekte denkt, sind die trotzdem relativ hoch, weil die Biodiversität ja auf allen Grenzbereichen stattfindet.

00:11:53: Und man hat beim Streifenarm aber lange Streifen hat man eigentlich relativ viele Grenzbereiche.

00:12:00: Wie hoch siehst du das Potenzial für den Streifenamtbau?

00:12:03: Also es gibt ja einige Betriebe auch in Österreich.

00:12:05: Ich habe auch einen Podcast dazu schon aufgenommen.

00:12:09: Wie groß schätzt du das Potential ein?

00:12:11: Ist da noch eine Luft nach oben?

00:12:13: Ja, da ist bestimmt noch Luft nach oben.

00:12:15: Also ich denke, es ist vor allem schwierig, Partner zu finden.

00:12:21: Im Sinn von pflanzenbaulichen Partner.

00:12:24: Genau, pflanzenbaulichen Partner.

00:12:26: Und auch auf Sortenebene ist das ein relativ komplexes Unterfangen, weil das natürlich auch stark vom Standort abhängt und von der Bewirtschaftung, also Stickstoff.

00:12:36: spielt eine große Rolle, das entscheidet, vorhandener Stichstoffe entscheidet natürlich, ob das Getreid oder die Leguminose besser abschneidet.

00:12:46: Aber der Standard spielt auch eine große Rolle, oder das Wetter, Wasser vor allem bei Leguminosen.

00:12:53: Thema Klimawandel, Klimawandel-Anpassung.

00:12:56: Wir sind in einem Klimawandel, das ist unbestritten.

00:13:00: Wir werden wahrscheinlich auch weiterhin noch Erdölprodukte aus der Erde herausholen.

00:13:05: Also es wird wärmer werden.

00:13:09: Wie siehst du hier die Stellung des ökologischen Landbaus?

00:13:15: und auch was müssen wir tun, um die Biobäuerinnen und Biobauern hier zu begleiten?

00:13:20: in das, was kommt?

00:13:22: Einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die biologische Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt.

00:13:27: Die erstens mal ist der Energieeinsatz oder der Einsatz von externen Betriebsmittel sehr viel geringer in der biologischen Landwirtschaft, man denke vor allem an Stickstoff, der sehr energieintensiv produziert wird.

00:13:40: Und der Gehalt von organischem Kohlenstoff im Oberboden ist auch in... biologisch bewirtschafteten Böden im Mittel höher, ebenso sind die Lachgasemissionen auch niedriger.

00:13:52: Das heißt, das ist auch wichtig zu betonen, dass die biologische Landwirtschaft hier zum Klimaschutz beiträgt.

00:13:59: Die Muskelhaltes sind sehr gut.

00:14:01: Homo ist auch ein wichtiger Nährstoffspeicher und Rassenspeicher tut, also auch in diesem Zusammenhang gut, oder?

00:14:07: Genau, also Bodenfruchtbarkeit wird erhöht, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:14:11: Und mehr zur Klimawandel-Anpassung.

00:14:13: Hier werden wir bestimmt auch vermehrt auf neue Kulturarten und Kultur-Sorten zurückgreifen.

00:14:20: Wir testen zum Beispiel gerade ein Projekt, verschiedene Kirchererbsen-Sorten hier für Österreich.

00:14:28: Weiter ist es wichtig, vermehrt auf reduzierte Bodenbearbeitung zu setzen.

00:14:33: Also Direktzart in einer biologischen Lampe-Torte wird sicherlich vermehrt eine große Rolle spielen.

00:14:38: Das finde ich ein sehr spannendes Thema.

00:14:40: auch ein bisschen.

00:14:41: Ja, es könnte definitiv mehr Raum einnehmen, auch in der Forschung, oder sollte es, oder wird es auch, wenn wir auch vermehrt machen, dann Bewässerungen wird sicherlich auch zunehmend eine Rolle spielen.

00:14:53: Und ja, ich meine, insgesamt gibt es natürlich vermehrt Hitze- und Trockenperioden, aber wir werden ja auch vermehrt stark niederschläge haben.

00:15:01: Das heißt, wir müssen so mit Wasser lernen.

00:15:05: umzugehen oder anders mit Wasser umzugehen.

00:15:06: Das heißt, wir müssen versuchen, das Wasser dann, wenn es fährt, im Herbst, im Winter, möglichst in der Leinschaft zu halten und dann im Frühling bereitstellen zu können.

00:15:17: Und dann müssen wir natürlich auf Trockenperioden und vor allem auch nicht zu vergessen Hitzeperioden einstellen.

00:15:24: Glaubst du, dass sich auch die Fruchtfolgen verändern werden?

00:15:28: Ich denke hier zum Beispiel an Winterungen, dass die vielleicht zunehmen und dass sich dass ich die Sommermonate, wo es sehr heiß ist und vielleicht auch trocken ist, dass ich hier bewusst andere Kulturen habe und meine Hauptkulturen, vielleicht Verlagere in den Herbst und in den Frühling mit der Ernte und so weiter.

00:15:45: Wie siehst du das?

00:15:46: Ja, Winterungen, wir haben bestimmt eine größere Rolle spielen.

00:15:48: Also Sommergerste wird ja auch schon immer schwieriger.

00:15:51: oder Akabone, Sommerakabone und es gibt ja immer mehr Winterkörner, Leguminosen, auch die schon angebaut werden, also da.

00:15:59: bin ich mir auch sehr sicher, dass es passieren wird oder andere Arten, wie beispielsweise Sorgum.

00:16:04: Aber ich denke, wir müssen auch ein bisschen darüber hinaus uns Gedanken machen, wie wir die Landschaft umgestalten können, wie wir wieder mehr Strukturen in die Landschaft prägen, wie wir wieder versuchen können, das Wasser in der Landschaft zu halten.

00:16:16: Also diesen Schwammbegriff, also wie können wir das im Hintergefallene Wasser behalten und nicht so schnell wie möglich in die... über die Trennagen wieder abzuleiten.

00:16:27: Was verstehst du unter mehr Struktur in die Landschaft zu bekommen?

00:16:31: Was meinst du damit konkret?

00:16:32: Was schwebt dir vor auch in deiner Arbeit in diesem Themenbereich?

00:16:37: Landschaftselemente, Hecken, Bäume, die den heißen Wind reduzieren oder Schatten werfen können.

00:16:44: Ein spannendes Thema ist natürlich Akroforst.

00:16:48: Ich finde es aber genauso spannend alternativen zu Akroforst entwickeln, da viele Bäuerinnen und Bauern auf verschiedenen Gründen, vielleicht was Pachtflächen sind, oder weil sie keine Bewässerungsmöglichkeiten haben, keine Bäume pflanzen wollen, denke ich müssen wir auch wieder... müssen wir auch Alternativen finden mit mehrjährigen, hochwachsenden Kulturen, die vielleicht natürlich nicht die vollen Funktionen haben, aber auch Funktionen haben, die in Richtung Akrofors gehen, dass z.B.

00:17:13: den Wind reduzieren oder Kohlenstoffe wohlkriegen.

00:17:16: Was denkst

00:17:16: du, mir fehlt jetzt persönlich relativ wenig.

00:17:19: Ja, durch ein Miskantus z.B.

00:17:22: als Entbrecher oder Gewürzfähnchen, der wird auch drei Meter hoch und hat richtig dicke Wurzeln, also der kann auch Bioporen generieren, die dann von den nachfolgenden zum schneller in den Unterbodenwurzeln.

00:17:36: Ich kann ihn auch nutzen oder?

00:17:37: Ich kann ihn auch nutzen, genau.

00:17:40: Also ich finde, dass dieses Thema mehrjährige, nicht verholzende Kultur und finde ich sehr spannend.

00:17:46: Und ich glaube, dass es auch Landwirten vielleicht manchmal näher zu bringen oder einfacher näher zu bringen als Akroforsysteme.

00:17:54: Okay, gehen wir ein bisschen jetzt... an die Universität für Bodenkultur, wo wir jetzt aktuell sitzen und auch an deine Forschungsaktivitäten, in welche Richtung wirst du das Institut weiterentwickeln?

00:18:10: Was schwebt dir vor?

00:18:12: Was ist deine Vision?

00:18:14: Und wie denkst du dir, möchtest du zusammenarbeiten mit der Praxis, mit der Beratung, mit anderen Forschungsstellen?

00:18:27: Wir sind ein sehr interdisziplinäres Institut, bei uns arbeiten Sozialwissenschaftler und Naturwissenschaftler gemeinsam.

00:18:33: Was versteht

00:18:34: man unter Sozialwissenschaftler?

00:18:37: Sozialwissenschaftler befassen sich mit Wissenssystemen.

00:18:40: Die bei uns arbeiten, befassen sich mit Wissensystemen, sowas Wissen, Bäuerinnen und Bauern beispielsweise.

00:18:47: Wie haben Sie den Klimawandel in den letzten Jahren in Ihrer Region erlebt?

00:18:51: Das ist natürlich besonders spannend in Regionen, in denen man den nicht so gut messen kann, wie in Südtirol, aus vielleicht jetzt eben keine genauen Modellierungsdaten oder Messdaten gibt.

00:19:01: So was erleben Sie?

00:19:02: Wie haben Sie die Änderungen auch der Kulturartenzusammensetzung in den letzten Jahren oder Jahrzehnten wahrgenommen?

00:19:09: oder beobachtet und wie haben sie sich angepasst?

00:19:11: Es

00:19:12: geht da auch raus zu lernen sozusagen.

00:19:15: Genau,

00:19:16: also durch Wissenschaft begleitet oder vielleicht auch mal nicht durch Wissenschaft begleitet, wie haben sich Landwirte angepasst an den Klimawandel, wie haben sie sich auch innovativ oder neu in Innovationen entwickelt?

00:19:31: aus den bäuerlichen Wissen hinaus, dass sie heraus das hier natürlich haben.

00:19:35: Also Bäuerinnen und Bauern wissen ja extrem viel und niemand kennt ihren, kennt den Boden oder den Standort besser als sie selbst.

00:19:43: Man kann sehr viel von ihnen lernen oder mit ihnen gemeinsam lernen.

00:19:48: Das heißt, da ist man ja auch, dass gerade in der Biolandwirtschaft sehr viele innovative Bäuerinnen und Bauern, die dick sind, die vorausdenken, die eine Kleinversuche durchführen, auf ihren.

00:19:59: Standort.

00:20:00: und es ist oft dann notwendig in der Forschung, das zu multiplizieren oder auf anderen Standorten auch abzutesten.

00:20:07: Genau.

00:20:08: Jetzt sind wir bei den Sozialwissenschaften gewesen, der weitere Bereich ist dran.

00:20:15: Genau, das sind die Ackerbausysteme.

00:20:18: Da kann ich gerne noch ein bisschen mehr dazu sagen.

00:20:20: Wir werden uns aber auch wieder mehr mit den Grünlandwissenschaften oder mit dem Grünland beschäftigen.

00:20:25: Es ist gerade eine Stelle ausgeschrieben.

00:20:27: Das wird auch wieder eine größere Rolle spielen in der Zukunft, weil es einfach in Österreich so eine große Rolle spielt.

00:20:31: Es freut uns

00:20:32: sehr, da freuen wir uns auf eine gute Zusammenarbeit in diesem Bereich.

00:20:35: Weil es ja wirklich sehr wichtig ist, weil wir gerade im Bio-Bereich sehr viele Grünlandbetriebe haben, die auf Forschungsergebnisse diese dringend brauchen, genau.

00:20:47: Wie schaut es im landtechnischen Bereich aus?

00:20:51: Du hast ja sehr viele Schnittpunkte in der Vergangenheit gehabt, Technik und Biolandwirtschaft, Technik und Pflanzenbau.

00:21:00: Siehst du hier auch Möglichkeiten, dass du hier deine Erfahrungen einbringst?

00:21:05: Genau, ich habe mich viel mit dem Thema oder dem großen Schlagwort Digitalisierung in der Landwirtschaft befasst, wobei ich mich dann nicht in der Hardware sehe, sondern rein in der Softwareentwicklung und bin natürlich trotzdem immer froh, wenn ich mit Personen zusammen arbeite, die Hardwareentwicklung betreiben oder Hardware haben.

00:21:25: Spannend finde ich, vor allem die nichtinversive Ermittlung von Ökosystemleistungen, also wie kann ich beispielsweise mit Drohnen Biomasse zuwachsen erkennen, da gibt es auch schon relativ viel, das ist jetzt schon relativ bekannt, aber ein bisschen neu oder anders ist das eben ein Akroforsystem, wie kann ich sozusagen ein Aufwachs- und Akroforsystem mehr kennen.

00:21:47: Aber wie kann ich beispielsweise in einem Akrophos-System den Effekt von Hecken auf die daneben stehenden Kulturpflanzen quantifizieren, also Beschattungseffekte oder Erosionseffekte?

00:22:00: Wie kann ich Wind-Erosion messen?

00:22:02: Also das sind Themen, die mich sehr interessieren.

00:22:04: Es gibt bis hin zur

00:22:05: Biodiversität.

00:22:05: Ja,

00:22:06: genau.

00:22:08: Es gibt ja auch schon Tools, wo ich praktisch Wildbienen erfassen kann.

00:22:15: Ja genau, das ist ein Thema, das wir an der Uni Bonn sehr stark gemacht haben.

00:22:19: Es ist auch immer so ein Lieblingsthema von mir.

00:22:22: Es ist die KI-basierte Identifizierung und Zählung von Bienen, also Honigbienen und Hummeln.

00:22:29: Ich glaube, das hat sehr viel Potenzial, weil es erstens mal nicht immersiv ist und relativ preiswert ist.

00:22:35: Man braucht keinen Entomologen, also keinen Insektenkundler.

00:22:37: Die sind nämlich sehr ragesäht.

00:22:41: Aber man kann damit auch nicht alles erschlagen.

00:22:45: Vielleicht sage ich noch mal ganz kurz damit, was ich meine.

00:22:47: Wir haben relativ preiswerte Kameras installiert, so GoPro-Kameras.

00:22:53: In dem Fall haben wir die Blümischungen in den Mais gesät und haben geschaut, welchen Effekt das auch die Anzahl der Bestäuberarten hat und die Anzahl der Tiere oder Individuen geart.

00:23:06: haben das eben, wie man das üblicherweise macht, mit Keschern, haben die die dann abgekeschert und dann mit dem Mikroskop identifiziert.

00:23:13: Wie gesagt, es ist sehr aufwendig und teuer.

00:23:15: Und die andere Idee war eben, Kameras aufzustellen und das zu sagen, mit den Kameras und KI-Methoden, die Tiere zu entdecken.

00:23:21: Man kommt taxonomisch nicht so tief, das heißt, man kann jetzt nicht.

00:23:24: jede einzelne Spielpläge, die sich nur in irgendeiner Ader genau unterscheidet, kann man dann nicht zuordnen.

00:23:29: Das ist, Gott, vielleicht ist das mal möglich in der Zukunft, aber ... Jetzt in einer Anzugung wird es wahrscheinlich schwierig, aber man kann definitiv schon was über die Aktivität aussagen und die Anzahl der Tiere.

00:23:40: Was ist der praktische Nutzen für die Bäuerinnen und Bauern langfristig gesehen?

00:23:45: Ich denke, dass man durch solche Methoden sehr gut darstellen kann, dass bestimmte Anbausysteme Biodiversität erhöhen.

00:23:52: Und das ist ja oft ein bisschen der Mangel.

00:23:53: Man behauptet, dies und das hilft Biodiversität zu erhöhen, aber oft fehlen die Zahlen dazu.

00:23:59: Und ich denke, dass man das damit ganz gut machen kann.

00:24:03: Auch um Fördersysteme sozusagen abzusichern oder auch weiter zu entwickeln, oder?

00:24:07: Genau.

00:24:08: Es gibt ja auch einen Renaturierungsgesetz, diesen Grünland Schmetterlingsindex, der soll ja auch erhöht werden, also die Anzahl der Schmetterlinge im Grünland.

00:24:16: Und da werden solche Methoden tatsächlich auch spannend.

00:24:20: Und vielleicht auch, konnte ich mir vorstellen, wenn jemand zartgut produziert, also zwischen... Blühstreifen sagt, gut beispielsweise, kann man ja auch ein bisschen Aussagen darüber machen, wann insbesondere welche Insekten davon angezogen werden.

00:24:36: Und vielleicht auch, wenn Schad-Insekten, könnte man ja auch erkennen, dass ich sozusagen entscheiden kann, brauche ich Pflegemaßnahmen.

00:24:45: Genau, ja, das ist auch richtig.

00:24:47: Das gibt es auch mit so Geldliebefallen, das ist auch schon, genau, auch schon recht.

00:24:53: Wenn man deine Antrittvorlesung hört, Redest du auch über planetare Grenzen?

00:24:58: Was meinst du damit in der Forschung und in der Lehre?

00:25:02: Was bedeutet diese Aussage und was heißt das für deine Arbeit?

00:25:08: Also die planetaren Grenzen sind ein sehr spannendes Konzept, das vor ein paar Jahren von vielen Wissenschaftlern entwickelt wurde.

00:25:14: Das zeigt sozusagen die Belastbarkeit der Grenzen und die Belastbarkeit des Ökosystems Erde auf und zeigt auf, wo wir sozusagen hier stehen.

00:25:24: Und da gibt es eben, ich glaube, neun Prozesse waren es und in sieben davon sind wir eigentlich schon in einem eher riskanten Bereich.

00:25:34: Eigentlich alle diese Prozesse tangieren irgendwie Landwirtschaft, aber insbesondere wichtig ist eben dieser eine Prozess, ich nenne es jetzt mal einfach gesagt Biodiversität oder Artenverlust, bei dem wir natürlich sehr fortgeschritten sind.

00:25:46: Der andere Prozess ist der Klimawandel.

00:25:49: Der dritte Prozess, den man vielleicht oft nicht so auf dem Schirm hat, sind die geochemischen Kreisläufer, also die Überlastung der Systeme mit Stickstoff und Phosphor.

00:25:59: Also denken wir an die Eutrophierung von Gewässern, von Seen, Ostsee, von vielen anderen Ökosystemen auch.

00:26:08: Und ich finde es ein sehr spannendes Konzept.

00:26:10: Ich finde es ein spannender Einstieg, vor allem, wenn man gleich zeigt, wo die Problemlage ist oder wie groß sie ist.

00:26:16: Und man kann anhand dieses Konzept auch sehr gut den Beitrag der biologischen Lammeth of the Clern.

00:26:23: da stellen, wo eben die biologische Landwirtschaft mehr Beitrag zur Einhaltung dieser Grenzen als die komventionelle Landwirtschaft, das mache ich ganz gerne.

00:26:30: Man kann auch studierende

00:26:31: Gutmieter auf den Weg nehmen oder wenn das sozusagen aus der Problemsicht komme und versuche hier meinen Beitrag zu leisten, oder?

00:26:39: Genau, ich zeige das Prinzip eigentlich in meiner Lehre ganz gerne und ich glaube es ist sehr anschaulich und es zeigt auch, dass es eben an so einem sehr... komplexes System geht und die Landwirtschaft wirklich sehr viele Systeme auch beeinflusst.

00:26:57: Du sagst auch, die biologische Landwirtschaft muss natürliche Prozesse respektieren.

00:27:05: Konkret meinst du damit?

00:27:07: Ja, es ist wichtig, dass wir eine soziale Klima- und Naturverträgliche Landwirtschaft entwickeln, die sich an den Kreisläufen der Natur richtet oder die Kreisläufe der Natur zumindest respektiert, natürlich beeinflusst man sie durch die Landwirtschaft.

00:27:22: Aber ich finde es sehr wichtig, dass man diesen Kreislauf und diesen systemischen Gedanken in der Landwirtschaft, in die Landwirtschaft implementiert und weiterführt, das meine ich damit, dass man versucht möglichst.

00:27:36: externe Betriebsmittel zu reduzieren, die das landwirtschaftliche System oder umliegende Ökosysteme negativ beeinflussen können.

00:27:45: Siehst du auch Potenziale?

00:27:47: Wir haben ja in österreichischen Regionen, wo die Tierhaltung schon die Rinderhaltung zum Beispiel... zurückgegangen ist.

00:27:55: In den Ackerbauregionen.

00:27:56: siehst du auch Möglichkeiten Chancen, Potenziale hier wieder Tiere in die Region zu bekommen.

00:28:02: Ich denke ein bisschen weiter an die Bodenfruchtbarkeit, den biodynamischen Ansatz, dass ich sozusagen über das Mikropion der Wiederkäuer auch das Mikropion im Boden verbreitere und so weiter.

00:28:17: Ja, absolut.

00:28:18: Das finde ich sehr begrüßenswert und ich habe es auch schon von mehreren Landwirten gehört, dass sie sich darüber freuen würden oder wieder darüber nachdenken.

00:28:25: Wir waren auch erst vor einem Monat bei dem Landwirt in der Nähe von Wien, der sich wieder... der sich wieder Tiere in seinen Betrieb geholt hat.

00:28:34: Also das wäre sicherlich Hinsichtlich Bodenfruchtbarkeit sehr spannend.

00:28:38: Ich glaube, freuen wir uns sehr, wenn wir in diese Richtung gemeinsam gehen könnten auch.

00:28:42: Da gibt es ja auch zum Beispiel weide Systeme, die hier hin passen.

00:28:46: Trockene Regionen sind das ja, wasserknappe Regionen, da muss sich die Wiederkeuerhaltung schon besonders betreiben.

00:28:54: Finden wir sehr spannend und auch einen guten Beitrag, glaube ich, uns breit aufzustellen.

00:28:59: Ich meine jetzt auch von der Bodengesundheit her bis zur Kreislaufschließung von Nährstoffen und so weiter.

00:29:06: Ja, absolut.

00:29:08: Ich glaube auch, bei der Haltung spielt eine große Rolle bei der Biodiversität von Insekten und Vögeln.

00:29:16: Ich kenne viele und Pferdestelle, in denen sehe ich Vögel und Insekten, die ich sonst nirgendwo mehr sehe.

00:29:23: Das sollte man vielleicht auch gar nicht unterschätzen, den Beitrag insgesamt zur Biodiversität, nicht nur zur Bodenfruchtbarkeit.

00:29:29: Du hast von natürlichen Prozessen, haben wir vorher gesprochen, und hast auf die Landwirtschaft geschaut.

00:29:35: Meine Frage geht ein bisschen in Richtung Gesellschaft, Konsumentin, Konsument.

00:29:40: Was können wir als biologische Landwirtschaft als Bäuerinnen und Bauern ... beitragen, dass wir die Gesellschaft in diese Gedankenwelt mitnehmen, saisonale Produkteinkäufe regional zu kaufen, auch einen gewissen Verzicht einmal zu haben, in gewissen Phasen des Lebens oder der Jahreszeit.

00:30:08: Wie siehst du da unsere Funktion, unsere Aufgabe?

00:30:12: Wir haben hier sicherlich einen Bildungsauftrag und den ersten Mal den Studierenden, aber auch der Gesellschaft zu vermitteln, was der Beitrag von der biologischen Landwirtschaft ist, also eben auch zur Biodiversität.

00:30:23: Das wird vielleicht nicht immer so gut übermittelt.

00:30:27: Was ich auch denke, ist wichtig, dass man auch die Restaurants und die Mensen und die Köche mitnimmt.

00:30:34: Ich denke, das spielt auch eine große Rolle, dass man dort weiterschult.

00:30:37: Wie kann man beispielsweise mit Körnergeleguminosen lecker kochen?

00:30:41: Oder wie kann man auch mal vegetarisch kochen?

00:30:44: Oder wie kann man ein gutes österreichisches Rind gut vermarkten?

00:30:48: Also ich glaube, hier fehlt es häufig auch an leckeren guten Beispielen.

00:30:55: Und hier könnte man auch einiges noch verbessern.

00:30:58: Wir haben, fällt mir ein, wir haben eine Bio-Jugendstudie einmal gemacht, wo wir Jugendliche und junge Erwachsene befragt haben und die haben wir auch geklastert und es hat sich herausgestellt, dass jene, die sich viel mit den Produkten selbst beschäftigen, die auch kochen, eher Biokonsumentinnen und Biokonsumenten sind, weil sie einfach das Lebensmittel in der Hand haben, es einschätzen können, es bewerten können.

00:31:26: Und ich glaube, es muss uns auch gelingen, gegen diesen Trend, der teilweise abläuft, Convenience-Produkte zu kaufen, hier anzusetzen.

00:31:35: Und da ist halt die Bildung gefordert, oder?

00:31:37: Ja, das denke ich auch.

00:31:38: Und sicherlich nicht nur die universitäre Bildung, sondern auch Schulbildung und in den Ausbildungen, bestimmt auch, auf jeden Fall.

00:31:47: Wie möchtest du die Zusammenarbeit, Praxis, Forschung, Beratung gestalten?

00:31:57: Österreichs jetzt der große Hoffnung.

00:32:02: Ich habe mir jetzt konkret über die Gestaltung keine Gedanken gemacht, bis auf das ich, glaube ich, alle Türen geöffnet habe und ich habe schon mit sehr vielen Personen gesprochen, von den Verbänden, all mich verbänden, wie Austria, aber auch anderen Verbänden.

00:32:16: mit vielen Schulen.

00:32:17: Ich habe da jetzt kein Strategieplan entwickelt, sondern ich glaube, so was funktioniert?

00:32:22: einfach häufig über Kontakte und Ausbau.

00:32:24: Über die persönlichen

00:32:25: Beziehungen, oder?

00:32:26: Über die persönlichen Beziehungen, genau.

00:32:28: Und auch wenn man nicht sofort immer gleich ein Projekt gemeinsam hat, dann weiß man immer, was die anderen machen und dann kommt das auf jeden Fall mit der Zeit.

00:32:36: Wenn du in der Agrarpolitik tätig wärst, was wären so deine Änderungsansätze.

00:32:47: Ich würde natürlich die biologische Lampe oft stark fördern.

00:32:52: Und ich glaube, ich würde versuchen, möglichst viel mit den Kollegen und Kolleginnen aus dem Umweltschutz und aus den anderen Ressorts zusammenzuarbeiten.

00:33:02: Ich glaube, das ist einfach ein Schlüssel dieses Interdisziplinäre arbeiten, das Verständnis.

00:33:06: Füreinander, was es geht, und es ringen, um ein Kompromiss, weil am Ende muss jeder Politiker ein Kompromiss finden.

00:33:13: Aber ich glaube, das ist einfach sehr, sehr wichtig.

00:33:17: Ansonsten würde ich, glaube ich, idealistisch gesagt, würde ich mir die Kosten-Nutzen-Analysen ansehen.

00:33:26: Also alles, was wir jetzt nicht ändern.

00:33:29: Ein Hinblick auf... Artenverlust und Klimaschutz, alles, was wir jetzt nicht machen, wird für unsere Kinder viel, viel teurer werden.

00:33:36: Und einfach, wenn man sich diese Zahlen anschaut, muss es eigentlich jedem klar werden, dass wir jetzt handeln müssen.

00:33:43: Jetzt schließen sich gerade viele Fenster, also, eineinhalb Grad, beispielsweise, oder Verlust von Arten.

00:33:51: Viele Arten gibt es noch, aber in geringen Anzahlern Individuen.

00:33:55: Und jetzt können wir noch handeln.

00:33:57: Und ich glaube, dessen sollten wir uns bewusst sein.

00:34:00: Aber das ist natürlich immer einfach gesagt, wenn man nicht in der Situation ist, politiker zu sein.

00:34:05: Jetzt hast du auch mitbekommen schon, dass natürlich die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Bio-Bäuerinnen wie auch für die anderen Bäuerinnen fordern sind.

00:34:18: Wenn du jetzt auf Jugendliche zugehst, die vor der Entscheidung stehen, in die Landwirtschaft einzusteigen, in die Bio-Landwirtschaft einzusteigen, Gibt es von deiner Seite hier etwas, das du denen mitgehen möchtest, wo du sie motivieren kannst, wo du sie abholen kannst oder auch Zukunftsbilder zeicheln kannst?

00:34:40: Ja, ich würde natürlich niemandem zu irgendwas überreden.

00:34:43: Das muss man natürlich immer selber entscheiden, ob man das machen möchte.

00:34:46: Aber was mir sehr wichtig ist in meiner Lehre, aber vielleicht auch insgesamt in meinem Leben oder auch sogar im Umgang mit meinen eigenen Kindern, ich versuche natürlich schon.

00:34:57: diese Krisen zu benennen, wie sie sind, also Planetarikgrenzen, Klimawandel, Atemverlust.

00:35:02: Aber nichts ist blockierender als Frustration oder Angst.

00:35:07: Wir müssen, das ist, glaube ich, eine sehr wichtige Aufgabe von uns Lerenden, aber auch von allen Afro-Politikern, wir müssen eine Vision entwickeln in der Zukunft.

00:35:15: Wie soll Landwirtschaft oder wie soll der Gesellschaft in Zukunft aussehen mit diesen Änderungen, die kommen werden?

00:35:22: Also, Klimawandel ist schon da natürlich, wird weiter kommen.

00:35:26: Und jetzt in der Angststelle zu befallen, bringt ja nichts.

00:35:29: Wir brauchen, wir müssen die Studierenden oder die Bauern und Bauern, die Jungen mitnehmen und versuchen, eine Vision zu entwickeln, eine Vision einer Zukunftsfähigen, Landwirtschaft, in der auch sie leben können und ein angenehmes, ökonomisches und soziales Leben haben.

00:35:47: Und wo sie auch Freude... zurückbekommen und Dankbarkeit, oder?

00:35:51: Genau, die Leistungen geschätzt werden, die Leistung in der Landwirtschaft geschätzt wird.

00:35:58: Das ist sehr wichtig, ja.

00:36:00: Was motiviert dich persönlich, dich so hineinzuhängen in die Landwirtschaft, in eine biologische Landwirtschaft?

00:36:08: Wo bekommst du deine Kraft her?

00:36:10: Ja,

00:36:10: also ich liebe einfach die Natur, also mir reicht es schon oft irgendwie.

00:36:15: über ein Feld zu gehen oder eigentlich schöne Blumen zu sehen oder irgendeine Zelte in der Holzbiene, sondern schönen Vogel.

00:36:22: Da bin ich ganz einfach gestrickt.

00:36:24: und dann denke ich mir natürlich oft, dass ich das mit meinen Kindern mache, die mich irgendwann mal fragen werden, was ich damals gemacht habe, als man noch hätte handeln können und ich möchte ihnen darauf eine Antwort geben können.

00:36:38: Das ist, glaube ich, mein Hauptantrieb.

00:36:41: Dafür wünschen wir dir alles Gute.

00:36:44: viel Kraft und wir freuen uns, dass du bei uns in Österreich bist.

00:36:47: Und bei Ihnen zu Hause bedanke ich mich fürs zuhören und fürs dabei sein.

00:36:51: Und wir werden uns freuen, wenn Sie unseren Podcast teilen und auch bei anderen Podcasts hinein hören.

00:36:56: Es gibt schon über hundertfünfzig Beiträge.

00:36:58: Auf Wiederhören und auf Wiedersehen bei Herr Krasseins, Wissenkompakt im Podcast der Habeler Fahraum bei Gumpenstein.

00:37:09: Wiedersehen!

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