Folge xxx: Mehr Biodiversität vor unserer Haustür
Shownotes
Biodiversität beginnt nicht nur auf dem Acker und der Grünlandfläche, sondern direkt vor unserer Haustür: in Gärten, entlang von Straßen, an Bächen oder auf Gemeindeflächen. In dieser Folge von Agrar Science – Wissen kompakt spricht PD Dr. Andreas Steinwidder mit Dr. Bernhard Krautzer, Grünland- und Pflanzenzuchtexperte an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Dr. Krautzer kennt den Wert von regionalem Saatgut und hat wertvolle Erfahrungen zur erfolgreichen und dauerhaften Etablierung von Biodiversitätsflächen. Vom richtigen Saatgut über die Bodenvorbereitung bis zur langfristigen Pflege zeigt er, wie pflanzliche Vielfalt nachhaltig entsteht – und welchen Beitrag jede und jeder von uns sowie die öffentliche Hand leisten können, damit Landschaften bunt, stabil und lebensfreundlich bleiben.
Ein Podcast darüber, wie aus scheinbar unscheinbaren Flächen wieder blühende Hotspots der Natur werden.
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
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00:00:09: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von AgraScience, Wissenkompakt den Podcast der Haberleferam bei Gumpenstein.
00:00:15: Mein Name ist Andreas Stein wieder und heute geht es um die Frage wie wir unsere Landschaften wieder vielfältiger, bunter und lebensfreundlicher machen können vom Hausgarten über öffentliches Grün bis hin zu Böschungen, Flussufern und Hochspannungstraßen.
00:00:32: Mein heutiger Gast ist Dr.
00:00:33: Bernhard Krauzer, Grünland- und Pflanzenzuchtexperte an der HB Leferam per Gumpenstein.
00:00:40: Bernard kann uns sehr viel zur Bedeutung von regionalem Saatgut erklären – und er hat auch wertvolle Erfahrungen zu erfolgreichen und dauerhaften Etablierungen von Biodiversitätsflächen!
00:00:53: Er sieht auch hohes Potenzial zur Biodiverität im Straßen- und Bahnbau, auf Stadt- und Gemeindeebene.
00:01:02: Und nicht zuletzt auch in Hausgärten!
00:01:06: Lieber Bernhard, vielen Dank dass du bei mir im Podcast bist und dass wir über dieses wichtige Thema sprechen können, Biodiversität.
00:01:12: Warum ist dir das eigentlich wichtig?
00:01:15: Naja, Bioriversität ist nicht nur mehr wichtig ich denke mir es ist ein gesellschaftliches Anliegen.
00:01:21: Wir brauchen Biodersität für unser Überleben und das lasse ich vielleicht ganz einfacher klären.
00:01:30: Biodiversität, darunter verstehen wir ja diese Summe an Ökosystemen und der Arten die in diesen Ökosesystemen leben aber auch den genetischen Vielfalt dieser Arten.
00:01:42: Und diese Ökasysteme sind die in denen wir uns als Mensch bewegen und wir brauchen diese Öksysteme um zu überleben.
00:01:52: Und überleben können wir nur wenn diese Öko-Systeme in einem guten Zustand sind Und der gute Zustand spiegelt sich in der Biodiversität wieder.
00:02:02: Das heißt also, wenn wir entsprechend reichhaltige biodiverse Ökosysteme haben dann können diese Systeme auch ihre Funktionsleistungen erfüllen die wir wieder als Menschen brauchen.
00:02:15: Wenn ich an Österreich denke und an die Kulturlandschaft, die uns umgibt.
00:02:19: Diese Landschaft, also diese Ökasystemen sind dafür verantwortlich Hochwasserschutz haben, dass wir Erosionsschutz haben.
00:02:29: Dass wir gutes Trinkwasser haben und dass wir eine ästhetische Erholungslandschaft haben Grundlage auch für unseren Tourismus.
00:02:37: Und das ganze aber kann diese Landschaft nur bieten wenn sie eben entsprechend in ihrer Funktion voll funktionsfähig ist.
00:02:46: Hier sind die letzten sechzehn Jahre ein bisschen was passiert.
00:02:49: Hier hat sich vieles in eine negative Richtung entwickelt.
00:02:52: Wir haben viel an Biodiversität verloren und jetzt müssen wir schauen, was wir für Möglichkeiten haben hier wieder diese Ökosysteme zu stärken.
00:03:03: Die ist es auch wichtig nicht nur den Fokus auf die Landwirtschaft hier zu legen sondern auch über den Dellerrand hinauszuschauen die Gesellschaft mitzunehmen und die Verantwortung der Gesellschaft mit zu nehmen.
00:03:14: Gerade darüber werden wir ja heute sprechen, oder?
00:03:17: Richtig!
00:03:18: Es geht hier um mehr.
00:03:19: es geht nicht nur um Landwirtschaft das geht um Landschaft und Landschaft ist ja etwas was viel mehr umfasst.
00:03:26: Wir dürfen nicht vergessen dass wir viele tausende Hektar haben die rund um infrastrukturelle Maßnahmen mehr oder weniger für uns Menschen besetzt sind noch nicht in landwirtschaftlicher Produktion sind Stromtrassen, du hast das vorher auch schon gesagt.
00:03:43: Begleitwege... Also viele Strukturen in unserer Landschaft die nicht aklarisch genutzt werden, auch Hausgärten und das ist ein riesiges Potenzial dass wir ebenfalls noch viel zu wenig genutst haben um diese Flächen ökologisch im Wert zu setzen.
00:04:00: Wir reden heute im Podcast wahrscheinlich sehr viel über pflanzliche Biodiversität.
00:04:06: Wie hängt es mit der tierischen Biodiverität dann zusammen?
00:04:10: Ich würde sagen, das ist eines mit dem anderen ganz eng verknüpft.
00:04:13: Du kannst es nicht trennen weil die Pflanzen haben die Fähigkeit letztendlich Biomasse zu produzieren und von dieser Biomasche leben alle Anderen.
00:04:24: Es gibt sehr viele Untersuchungen wo man auch sagen kann und vielleicht erklärt ihr das auf ein bisschen den Wert einer hohen Biodiversität dass im Endeffekt jede Pflanzenart die direkt oder indirekt von dieser Pflanze leben.
00:04:43: Und so gesehen ist es relativ logisch, dass man sagt je mehr pflanzliche Biodiversität ich in der Landschaft habe desto mehr Lebensgrundlage hab' ich auch für sämtliche anderen Organismen.
00:04:54: das geht von Bakterien über Pilze bis eben hin zu Insekten und Kleinsäugern die letztendlich von diesen Pflanzen leben.
00:05:04: Wenn wir jetzt ein bisschen auf die Bereiche gehen, die wir vorher angesprochen haben im öffentlichen Bereich.
00:05:10: Wo siehst du großes Potenzial?
00:05:12: Ich habe Sie in der Einleitung ja schon ein bissel auch angerissen wenn wir an Flussufer denken, an Begleitwege und und und wo siehst Du großes Potential.
00:05:22: und vor allem Und dann schauen wir uns an was könnte man hier tun?
00:05:26: Ja also im Endeffekt sehe ich das Potenziale überall eben nicht nur im landwirtschaftlichen Bereich Wir machen auch viel in der Landwirtschaft.
00:05:34: Die haben sehr viele Förderungen, die darauf abzielen hier, die Produktion zu optimieren und zu optimisieren.
00:05:43: Ja, wir sehen
00:05:44: auch eine Trendwende im Bereich der Aktuellen.
00:05:46: Also die Dahlsrolle ist überschritten?
00:05:48: Was bietet sie denn da?
00:05:49: Das geht in die positive Richtung.
00:05:50: Es gibt eine positive Richtung aber was brauchen wir am Endeffekt?
00:05:54: Wir wissen dass wir in unserer Landschaft etwa zwanzig Prozent brauchen Natur nahe oder natürlich gestaltet sein müssen, damit diese Ökosysteme auch ihre Funktionsfähigkeit beibehalten können.
00:06:12: Das lasse ich nicht nur aus der Landwirtschaftlichen Fläche herausentwickeln sondern wir dürfen nicht verlesen eben wie haben wahnsinnig viele Infrastrukturbereiche in Österreich das geht also vom Kraftwerken über Leitungsstraßen bis hin zu Straßen zu begleiten.
00:06:30: wegen Landschaftsgestalterisch werden in Österreich jedes Jahr viele Tausend Hektar für entsprechende bauliche Maßnahmen umgestaltet und hier entstehen jede Menge an Flächen, die potenziell eben wieder auch als Biodiversität Hotspots dann letztendlich ausgestaltet werden können.
00:06:52: Dann ist eine Fläche ein Biodersitätshotspot
00:06:56: dann, wenn diese Fläche eben entsprechende Artenreichtum hat.
00:07:01: Vor allem so pflanzliche Arten-Reichtum und auf den Aufbauend stellt sich auch der Arten Reichtum der Insekten ein.
00:07:09: Es ist ja ganz enger Zusammenhang, dem man ganz einfach verstehen kann, wenn ich eine Fläche habe die entsprechend artenreich ist aus der Pflanzlichen Biodesidiz eben her betrachtet dann können sich dort sehr viele Insekten ansammeln.
00:07:29: Diese Insektsinnahungsgrundlage für Vögel beispielsweise, für Kleinsäuger das heißt also strukturreiche Landschaft muss ich auch dazu sagen.
00:07:39: da geht es jetzt nicht nur dass man's nicht falsch versteht um schöne Artnere Grünlandflächen, sondern die Struktur muss auch passen.
00:07:46: Also jede Blütenfläche braucht doch in der Nähe wieder Saumflächen gehölz Flächen damit viele Arten, die dort dann auch ihre Heimstadt haben ihren Lebensraum haben diese Nahrungskwellen nutzen können.
00:08:00: also es ist im Prinzip was wir brauchen ist wieder struktur die wir schaffen müssen.
00:08:06: und jetzt ja
00:08:08: Ja, und gerade diese reichblühenden extensiven Grünlandgesellschaften gehören zu den artenreichsten in Österreich.
00:08:15: Und wenn ich also jetzt hier ganz gezielt solche artenreichen Grünlandsgesellschaft über Blumenwiesen beispielsweise wieder etabliere dann habe ich hier natürlich ein Hebel von dem weg sich vieles anderes dann auch in Richtung Biodiversität entwickeln kann.
00:08:31: Jetzt denke mir an konkrete Beispiele.
00:08:35: angenommen, wir haben es mit Stromtrassen zu tun und die Elektrizitätsstellen möchten hier vorankommen.
00:08:47: Wie geht man so etwas sinnvollerweise und strategisch an?
00:08:54: Wenn man wirklich das Ziel hat Birequisitätsflächen zu schaffen.
00:09:00: Und jetzt sprechen wir als Beispiel einmal von einer extensiven Grünlandgesellschaft, dann... Sagen wir, arbeitet das dem Trassenbetreiber sowieso in die Hände?
00:09:11: Weil ja Grünland nicht hochwüchsig ist.
00:09:13: Also man muss da nicht gehölffrei halten das ganze, sondern wenn ich diese Fläche als Extensivgründer anlege und pflege dann habe ich auch eine Trasse die sogar mehr ihre Funktionalität behält aber auf der anderen Seite Biodiversitätsfläche, die für sich wieder sehr viel Positives sagen
00:09:32: kann.
00:09:33: Jetzt gehen wir das Beispiel von Beginn an durch.
00:09:35: also man entschließt sich, bleiben wir jetzt bei der Stromtrasse und wir gehen in Richtung artenreiches Grünland, extensiv genutztes Gründland.
00:09:44: wie geht man vor?
00:09:47: Von der Planung über
00:09:48: die
00:09:49: Anlage dann bis hin zur Bewirtschaftung so dass es möglichst lange eine sehr wertvolle Fläche bleibt.
00:09:57: Das Prinzip ist das, dass ich die Fläche mal... Ich bearbeite sie so, dass ich ein entsprechend feines Saat-Wett schaffe.
00:10:12: Da gibt es unterschiedliche technische Maßnahmen mit denen man das machen kann.
00:10:16: Großfläche.
00:10:16: wie bei einer Stromtrasse werde ich das höchstverscheinlich entweder durch den Einsatz seiner Fräse.
00:10:22: Es könnte auch theoretisch sein, dass die eine Fläche pflüge oder wie es oft bei Stromtrassen ist wenn die eher in der etwas groberen Landschafts drinnen verlaufen, dann werde ich wahrscheinlich einen Tag einmal entsprechend den Boden vorbereiten und auf diesen vorbereiteten Boden kommt es dann eine Saatgutmischung die aus Arten besteht.
00:10:47: Das ist ganz wichtig in Österreich heimisch sind.
00:10:50: Die Arten dieses Extensivgrünlandes darstellen, das sind in erster Linie Blütenpflanzen können aber durchaus auch ein paar Gräser sein und ich schaffe dann eben auf dieser Fläche durch durchaus mit landwirtschaftlichen Methoden eine Grünlandfläche die so gestaltet ist wie in den Grünenflächen vor sechzig-sebzig Jahren in Österreich zum großen Teil ausgeschaut haben reichblühend, sehr ästhetisch vom Anblick her nicht häufig genutzt.
00:11:23: Das ist eine Grundvoraussetzung für den Atenreichtum wenig bis nicht gedüngt richtig und eben nur exzensiv.
00:11:33: in der Pflege und das ist vielleicht auch etwas was für viele Im Landschaftsbau tätige doch interessant ist, stellt sich ja immer die Frage nach einem Eingriff und einer Begrünung.
00:11:44: Wie pflege ich das Ganze?
00:11:45: Und wenn ich es richtig pflege, brauche ich es nicht oft pflegen.
00:11:48: Ich muss es je nach Klima, jener Standortsverhältnissen ein bis zweimal im Jahr so eine Fläche schneiden.
00:11:56: Muss aber warten, bis dieser Bestand einmal sich soweit entwickelt hat, dass er Samenreif wird.
00:12:02: Also das ist ganz wichtig.
00:12:04: damit sich solche Grümlandbestände selbst erhalten können, müssen sie ausreifen.
00:12:09: Die Samen gelangen in den Boden.
00:12:12: Das Prinzip ist ganz einfach so.
00:12:14: Brünlandpflanze lebt nicht ewig die hat der Lebensdauer von zwei bis fünf sechs Jahren vielleicht.
00:12:19: dann fehlt sie aus.
00:12:20: Dann hat er Loch Und in diesem Loch kann nur wieder etwas wachsen, was dann als Samen im Boden ist.
00:12:26: Wenn es die richtigen Arten sind, die muss über vorher eben aussamen lassen, werden sie sich wieder entwickeln und so
00:12:32: hast du es aussameln lassen.
00:12:34: Das heißt der Nutzungszeitpunkt ist gefährlich?
00:12:38: Ist
00:12:39: relativ spät, ist ihm so spät wie es auch für einen grünen Land wird eigentlich schon fast zu spät ist aber... das ist einfach notwendig, damit sich diese Bestände von selbst erhalten können.
00:12:53: Und es auch eine der Ursache warum diese Flächen weniger geworden sind in den letzten sechzig Jahren weil wir einfach um entsprechende Produktivität zu erreichen präsentieren in der Landwirtschaft früher schneiden.
00:13:07: aber Gerade auf solchen Flächen wie bei Stromtrassen ist das jetzt nicht wesentliche Zielsetzung, sondern man kann solche Bestände
00:13:14: auch später
00:13:15: schneiden.
00:13:16: Natürlich stellt sich die Frage was kann ich dann mit dem Schnittgut machen?
00:13:20: Da gibt es eigene Projekte wo wir uns damit beschäftigen wie man dieses Schnitt gut sinnvoll verwerten kann.
00:13:26: also von Pferdefutter angefangen beispielsweise bis hin zur Kompostierung gibt's viele Möglichkeiten der Verwertung.
00:13:33: Wichtiges aber eben späterschnitt Und dann abfuhr dieser Biomasse.
00:13:38: Heutzutage wird leider Gottes immer die sehr kostengünstige Lösung eines Mulchgerätes gewählt, das dann drüber fort das ganze Kleinhächsel und damit passiert genau das was wir nicht wollen.
00:13:51: auf der einen Seite werden Krautigen Pflanzen mit den großen Blättern zerstoffen und auf dem Mulcher abgedeckt haben, keine Licht verschwinden.
00:14:00: Es wird sehr viel Nährstoff freigesetzt, Stiegstoffe freigesetzt dadurch.
00:14:04: Das mögen wieder die Gräser und die Magen
00:14:06: dicht.
00:14:07: Die blühten Pflanzen verschwenden der ökologische Wert dieser Flächen sinkt rapide ab.
00:14:13: und damit gehe ich dann einfach also was die Schaffung oder Haltung von Bierdiversität betrifft ein komplett falschen Weg.
00:14:23: Das Mähgerät gehört her und das Schnittgut gehört abgeführt.
00:14:27: Okay, Flussoverbau neben Straßen.
00:14:31: im Prinzip gilt dort das gleiche an Straßen rendern?
00:14:35: Ja es gilt das Gleiche.
00:14:37: natürlich muss man vielleicht ein bisschen aufpassen bei Straßenrendern dass hier wo es starkes Verkehrsaufkommen gibt vielleicht der unterwischte Effekt auch eintritt in dem dann Insekten sehr stark von den schnell fahrenden Autos beeinträchtigt werden.
00:14:53: Man will natürlich auch nicht niederwild auf hochfrequentierte Straßen bringen, also das muss man achten.
00:14:59: aber ansonsten gibt es hier in diesem Bereich viele Flächen die jedes Jahr anfallen und die man entsprechend mit hochwertigen Saatgutmischungen wieder im ökologischen Wert setzen kann.
00:15:14: Es gibt ja jetzt zunehmend PV-Anlagen, die im Freiland errichtet werden und da wird auch oft der Weg der Biodiversität bewusst eingeschlagen.
00:15:25: Wie stehst du dazu?
00:15:27: Auf was muss man hier achten?
00:15:29: Ich sehe es ein bisschen differenziert.
00:15:32: ich sehe dort das Problem wo man extensive Flächen bevorzugt für flächige PV-Flächen heranzieht weil dass eigentlich unsere Biodiversitätsreserven sind, die wir in der Landschaft noch haben.
00:15:47: Also du siehst es, du
00:15:48: hast auch gefährlich wenn man sagt Wir stellen die PV ein lang vorwiegend dorthin wo eh
00:15:53: nix wuchst.
00:15:55: Wo genau?
00:15:56: Wenn es genau auf diese Flächen stellt, die eigentlich ökologisch wertvoll sind dann geht den falschen Weg.
00:16:01: aber auch hier gibt's Möglichkeiten dem Ganzen auszuweichen.
00:16:05: Es gibt sehr viele Flächen, die von der Ausgangsvigidation hier nicht so hochwertig sind und natürlich gibt es auch die Möglichkeit bei, das kommt jetzt wieder auf die Aufständerung an aber es gibt eine Möglichkeit mit biodiversen Mischungen diese Flächen wieder einzusehen und ich habe dann schon einen doppelten Effekt nämlich dass er auf einer Seite Energie gewinnen kann der Biodiversität zumindest wieder auf die Sprünge verhelfen kann, indem ich hier doch Flächen habe, die dann vergleichsweise biodivers sind.
00:16:44: Schauen wir ein bisschen in den Bereich Gemeindenstädte – wo siehst du hier Potenzial?
00:16:50: Ich sehe
00:16:50: riesiges Potenzials auch!
00:16:52: Wir haben in fast allen Gemeinden sehr viel öffentliche Grünflächen.
00:16:58: Wir haben in den Städten viele öffentliche Grünflächen, wir haben in Hausgärten selbstverständlich auch sehr hohes Potenzial.
00:17:07: Ich muss ja ehrlich sagen, ich tut es manchmal wirklich hinter Seele leiden wenn ich durch die Landschaft fahre und ich sehe das rund um ein Haus, tausendtausend Fünfhundert Quadratmeter vom Rasenroboter niedergemäht werden.
00:17:22: von der Biodiversitäts-Ebene betrachtet wertlose Flächen mit einem relativ hohen Aufwand hier in der Landschaft stehen, wo man ebenfalls mit relativ einfachen Mitteln umgestalten kann.
00:17:35: Auch bei den Gemeinden gibt es sehr viele Grünflächen die relativ fläheaufwendig sind, wo er oft im Wochenbackt diese Flächen mähen muss damit sie eben schön grün bleiben.
00:17:47: und auch das sind Möglichkeiten die ich habe diese Flächen umzugestalten.
00:17:51: Schöngrün, sauber schlampig?
00:17:54: Das ist das was uns inzwischen glaube ich abgeht.
00:17:57: ein bisschen dieses Gefühl dass es eine Form der Umordnung gibt die für den Natur überlebensnotwendig ist.
00:18:04: und dieser Mut zur Unordnung, den würde ich uns auch wieder vermehrt wünschen.
00:18:09: Ja das ist notwendig!
00:18:11: Genauso wie ich vorher gesagt habe es gibt viele Möglichkeiten auf Gemeindeebene zum Beispiel Grünflächen wieder ökologischen Wert zu setzen.
00:18:17: die blühen wunderschön.
00:18:19: wer sie einmal so eine Fläche gesehen hat wird sich wenn er das alte Hart noch an die Zeit erinnern wo früher viele Flächen so ausgeschaut haben.
00:18:29: Auf der anderen Seite aber heißt das auch Ich muss warten es aushalten, dass diese Fläche abreift.
00:18:35: Dass sie braun ist, dass ihr mal eine Zeit lang im Jahr nicht so schön ausschaut aber das nott wenig damit das ganze System sich dauerhaft ist.
00:18:45: Und man kann es ja, wenn ich jetzt auch in den Hausgartenbereich schaue, durchaus auch kombinieren.
00:18:50: also das kann ja der Rasenroboter in gewissen Bereichen fahren aber ich opfere oder ich gebe der Natur
00:18:57: zwanzig dreißig
00:18:58: fünfzig Prozent meiner Fläche wo es dann sauber schlampig ausschaut?
00:19:02: Ja richtig!
00:19:04: Sauber schlampe aus schaut aber auch durchaus sehr ästhetisch.
00:19:10: Das lasse ich relativ einfach machen.
00:19:11: Ich nehme einen Spaten und heb fünf Quadratmeter beispielsweise von diesem Rasen ab, tue den auf dem Kompost oder entferne ihn auf jeden Fall von der Fläche und dann habe ich ein paar Fliegen mit einer Klappe geschlagen weil Es ist der unerwünschte Bewuchs, also das Gras ist weg.
00:19:31: Mit diesen oberen fünf Zentimetern die ich mit abziehe, ist den ganzen Nährstoff angereicherte Horizont weg.
00:19:38: und was bleibt es dann darunter?
00:19:40: eine Fläche?
00:19:40: Die Nährstoffarm ist, die im Regelfall aber trotzdem ein gutes Saatbett noch ermöglicht.
00:19:48: Das müssen wir jetzt noch herausarbeiten, weil das sehr wichtig ist.
00:19:51: Warum wollen wir oder ist es für viele Blühflächen wichtig dass sie Nährstoffabend sind?
00:19:56: Erklär uns das!
00:19:57: Wenn ich mir die Art und Zusammensetzung anschaue von gut gedüngten Flächen wie ich sie ja mache in der Landwirtschaft, weil ich hier Futter werbe.
00:20:10: Oder auch im
00:20:10: Hausgarten
00:20:11: oder auch im Hausegarten der Rasen beispielsweise jeder weiß wenn ich einen schönen Rasen haben will muss ich ihn viel düngen und die Gräser brauchen hauptsächlich Stickstoffdünger und das fördert die gräser und unterdrückt die Kräuter.
00:20:25: aber
00:20:26: dicht ist
00:20:27: genau weil es dann dicht ist und welche Kräutern keine Chance haben Aber natürlich auch weil er mehr rote ständig drüber fährt.
00:20:35: Genau, das ist das zweite Problem.
00:20:37: Und damit verdränge ich dann die gewünschten Arten und muss hier komplett so umdenken anfangen.
00:20:42: Ich muss sagen gut es ist jetzt eine Fläche da kommt kein Dünger hin weil diese Arten des extensiven Gründerns, das liegt schon im Begriff drinnen.
00:20:51: Die brauchen da wenig Nährstoff und kommen damit gut zurecht haben dann auch nicht das Problem dass sie konkurrenziert werden von unerwünschten Gräsern Und so können sich diese Flächen auch über einen langen Zeitraum selbst in ihrer Vielfalt erhalten.
00:21:08: Das heißt abschälen hast du vorher gesagt?
00:21:15: Eine
00:21:16: Saatgut,
00:21:16: das ein
00:21:17: Standart angepasst ist.
00:21:19: Kerstin, stehst du an auch warum es so wichtig ist?
00:21:21: Warum bringt uns nicht nichts eine seelenische Saatgot bei uns einzusetzen?
00:21:27: Es blüht vielleicht im ersten Jahr recht schönes.
00:21:29: Es gibt unterschiedliche Aspekte.
00:21:30: der erste Aspekt ist man wir Menschen sind natürlich recht ästhetisch und Wir wollen dass es ständig blühen und dass er ständig schön ist.
00:21:41: Das hat die Natur nicht zuvor gesehen.
00:21:43: Die Natur sagt, wenn ich will dass es blüht dann muss auch wieder Samenreife möglich sein damit etwas Neues entstehen kann.
00:21:51: Wir gehen zum Gärtner und holen uns das was wir brauchen.
00:21:53: Das sind gezüchtete Sachen die mal auch für unsere Insekten meistens komplett wertlos sind weil da ist kein Bullen zu holen, da ist keine Nectar zu holn.
00:22:06: also die lassen wir mal auf der Seite.
00:22:08: Das Zweite ist, dass es natürlich jetzt auch von diesen Arten, die wir dann gerne auf diesem Flächen sehen.
00:22:14: Dass diese Orten gewachsen werden in Österreich, also sowohl aus der Margarite als ganz einfach zu formulieren, die wächst in Skandinavien genauso wie in den Pyreneen und inzwischen auch in Australien oder in Weissela.
00:22:26: Und wenn ich jetzt von dort Saatgut bekomme und einsehe, wächst zwar eine Margarita, dies aber genetisch!
00:22:35: überhaupt nicht passend in den Naturraum.
00:22:38: Und ich habe vorher ganz am Anfang gesagt, dass ein ganz wichtiger Aspekt der Biodiversität ist auch die genetische Vielfalt und diese genetischen Vielfald hat sich ja in diesem evolutionären Prozess in bestimmten Naturräumen so entwickelt das die Genetik sehr unterschiedlich ist zu anderen Naturräumen wo es optisch gleich ausschaut.
00:22:58: können Sie im Detail erklären, warum das für Insekten zum Beispiel sehr wichtig ist.
00:23:02: Weil als einfaches Beispiel in Insektonpopulationen haben sich über die Jahrtausende an Pflanzen angepasst, die in einem bestimmten Klimaraun zu einer bestimmten Zeit blühen und die Insekte haben genau dann ihre reproduktive Phase wo die Pflanzen praktisch ihnen die Nahrung geben, die sie für ihren Nachwuchs brauchen.
00:23:30: Wenn ich jetzt eine Pflanze auf einem anderen Naturraum habe, passt das nicht mehr zusammen weil die beispielsweise zwei Wochen früher oder später blüht und wenn man sich damit beschäftigt dann merkt man diese Unterschiede gibt es noch viel stärker obwohl alles bleibt mal bei der Margarite eine Margarita ist und dann findet aber das Insekt Zu dem Zeitpunkt, wo es braucht die Nahrung nicht.
00:23:50: Schaut das super aus?
00:23:52: Sehr schön für den Sektor trotzdem wertlos und insofern ist es so wichtig dass man hier auch eben einen naturrahmlichen Bezug hat bei dem Saatgut.
00:24:00: Und dieses Saat-Gut muss also dem Standort und dem Klima entsprechen indem ich's anbaue Aber es muss auch in den Naturraum passen.
00:24:10: Also wenn ich in Österreich... so einmal sagen, wenn ich in Österreich jetzt eine Blumenwiese ansehe.
00:24:20: Dann sollen Arten drinnen sein die in Österreich unter österreichischen Klima- und Standortsbedingungen gewachsen sind, sollen da drin sein.
00:24:29: Und das ist bei uns im Rundenstein oder bin ja jetzt ein bisschen von meiner wissenschaftlichen Arbeit ganz wesentliche Zielsetzung gewesen.
00:24:36: Wir haben eine Genbank aufgebaut, wo wir eben in den unterschiedlichen Naturräumen von Österreich diese Arten besammelt haben, diese exzensiven Arten von Grünland und die haben wir in der Genbank gesichert Und wir nehmen einen Teil davon, geben den weiter wieder an Landwirte.
00:24:57: Landwirten vermehren dann diese Arten, also zum Beispiel ein Wiesenwitvenblume oder eine Glockenblume, eine Wiesenflocken-Blume und wie sie alle heißen, diese schön blühenden Arten.
00:25:08: Und mit unserem Nuraus setzen wir die wieder zu Saatgutmischungen zusammen.
00:25:13: Diese Saatgotmischung von so regionalen Wildpflanzen aus Österreich gibt es auch zu kaufen Die Mischungen, die wir dann für solche Zwecke einsetzen.
00:25:25: So ist vorher das Wort Naturraum angesprochen?
00:25:29: Wie viele so grob Naturräume siehst du in Österreich oder wie viel in welchen Bereichen arbeitet ihr da jetzt konkret bei diesen Blühmischungen?
00:25:37: Wir haben in Österreich also zehn unterschiedliche Naturräume.
00:25:41: Das ist natürlich dann sehr klein strukturiert, so klein strukturet können wir das nicht machen weil da müsste ich wirklich in ganz kleinen Mengen produzieren, das ist ja nicht wirtschaftlich.
00:25:51: für den sagt jeder Konsument bitte, das will ich mir nicht leisten, sondern wir machen es dann wirklich so dass wir aus den Naturräumen die sehr weitverbreitet sind in Österreich spezifisch auf diese Sammlungen zurückgreifen.
00:26:07: Wenn es allerdings naturschutzfachliche Zielsetzungen gibt, dass er wie in der Natur sagt ich will jetzt hier in einem bestimmten Naturaum wirklich entsprechend diesen Naturaums entsprechende Genetik einsetzen, gibts natürlich die Möglichkeit das man dann auf dieses Material zurück greift und dieses Material spezifik für so ein Projekt vermehrt und einsetzt.
00:26:27: So aber wichtig!
00:26:28: Man muss schon bei der Planung im Vorhinein definieren, was man haben will und dann kann man auch sagen wir bis es zur Umsetzung kommt das ganze auch produzieren.
00:26:38: Okay
00:26:39: also wir waren jetzt da bei der Anlage im Hausgarten und haben gesagt okay Boden abschälen richtiges Saatgut verwenden, Saat-Gut dann einarbeiten aufdrücken.
00:26:50: wie geht's da
00:26:50: weiter?
00:26:51: Und was heißt
00:26:51: dann Düngung und was heißt das erste Nutzung in den Folgejahren mit?
00:26:56: was muss ich erleben wenn ich das habe?
00:26:58: Na ja, es ist relativ ein... was für mich wichtig ist vielleicht das möchte ich dazu sagen.
00:27:02: Ich muss nicht zwingend alles abschälen vom Boden.
00:27:07: Wir haben einige Untersuchungen gemacht bei uns in Raunberg-Gundenstein wo wir gesehen haben Es geht auch mit etwas gelinderen Methoden also beispielsweise wenn ich jetzt ein vertikultiergerät einsetze oder wenn ich eine Fräse einsetze.
00:27:23: Oder sogar mit einem Eisenrechen, wenn ich entsprechend intensiv arbeite.
00:27:28: Also das Boden öffnen ist wichtig!
00:27:29: Wenn ich saart gut aus streue braucht es offenen Boden dass es keimen kann.
00:27:34: Das Beste ist wie man vorher gesagt haben alles ist offen die ganze Fläche dann entwickelt sich das super.
00:27:40: aber auch wenn ich nur partiell den Boden öffe funktioniert's nicht mehr.
00:27:46: düngen, muss die Schnittfrequenz anpassen eben an diese zweimalige Schneiden pro Jahr.
00:27:55: Düngung gibt es keine mehr und dann funktioniert's auch.
00:27:59: aber es entwickelt sich heute im Vergleich viel langsamer.
00:28:02: Wenn ich das mittelfristig anlegen will könnte ich in den Vorjahren ein zwei Jahre intensivst nutzen damit ich den Boden aushagere.
00:28:14: Das geht auch.
00:28:16: Es gibt hier wirklich viele Variationsmöglichkeiten und am Strich kann man trotzdem sagen, je intensiver der Boden geöffnet wird durch die vorherige ergehende mechanische Bearbeitung, desto schneller stellt sich das gewünschte Effekt
00:28:34: ein.
00:28:34: Man sieht nach, muss ich erwarten...
00:28:38: Im Hausgarten würde ich so sagen, geht es eigentlich fast über die gesamte Vegetationsperiode.
00:28:43: Also ich würde sagen von Mitte April bis Mitte September weil wenn es dann zu Drogen beispielsweise kommt habe ich kein Problem.
00:28:52: meistens haben wir Wasser verfügbar und kann gießen mit einem Gießentuch aus zurückhaltend sein kann.
00:28:59: das sind Wildpflanzen die sie uns also gewohnt in der freien Natur sich zu entwickeln wenig allerdings großflächig ohne Verfügbarkeit von zusätzlichem Wasserquelle arbeiten.
00:29:11: Dann gibt es zwei Perioden im Jahr, die optimal sind.
00:29:14: das eine ist Mitte bis Ende April in sehr trockenen Gebieten Oosterösterreichs kann auch schon Ende März sein oder auch dann im dritten August-Trittel bis Mitte September.
00:29:33: also zu diesem beiden Anlagezeitpunkten ist der Erfolg im Regelfall gewährleistet.
00:29:38: Angenommen,
00:29:39: ich mache das jetzt im Hausgarten in April weil ich in der Region bin wo es passt was tu ich dann in den Folgemonaten?
00:29:47: Ich muss mal vor allem warten was sich
00:29:50: Saatgut einmal ausstreuen
00:29:52: Saat gut ausstreuen und antrücken.
00:29:54: Richtig, ich gehe mal wässern
00:29:56: wenn es
00:29:56: kann Ich kanns wässer'n.
00:29:59: Also es ist eine ausgeprägte Trockenperiode, dann würde ich es empfehlen.
00:30:04: Ansonsten würde ich gar nichts machen.
00:30:06: Die Samen finden sich auch schon silber zurecht und das ist ganz wichtig was die wenigsten Gartenbesitzer wissen je weniger ich wässere, desto mehr erziehe ich die Wurzeln dazusichtes Wasser aus tieferen Bodenschichten zu holen Und das gilt sogar für den Rosen, wenn man ihn anlegt.
00:30:23: Dann wird er viel widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
00:30:26: Wenn wir nicht dauernd gießen bleiben die Wurtzeln ganz oben und ein bisschen Trockenheit.
00:30:30: Dann kriege ich schon Probleme nebenbei.
00:30:34: Okay, dann muss ich etwas warten weil die wenigsten wissen.
00:30:40: das ist dass diese Pflanzen sich sehr langsam entwickeln.
00:30:43: Die brauchen mal bis zu vier Wochen das überhaupt keimen.
00:30:49: Normalesem ist es gewohnt man sieht den Rosen aus und sieben Tage später... Ein grüner Flaum da!
00:30:54: Richtig süß bei diesen Arten aber nicht der Fall.
00:30:57: vergleichsweise deutlich länger, also das muss ich mal erwarten können.
00:31:01: Dann kann es sein dass auf dieser Fläche viel Unkraut auch mit auflauft.
00:31:07: Und dann ist es vernünftig, wenn ich ein paar Wochen später so vier, fünf, sechs Wochen später vielleicht im Gartenkreuz mehr machen, überhaupt kein Problem, einmal drüber vor und das ganze Unkraud nicht zu
00:31:18: tief
00:31:18: oder mehr?
00:31:19: Nicht zu tief!
00:31:20: Also immer schön schauen, dass man den Meer sehr hoch eingestellt hat aber alles was dann an dem Unkrauth rüber wächst, mäht man beispielsweise einfach weg.
00:31:29: Wenn man es im Großflächig macht, naja dann müsste man einmal so einen Reinigungsschnitt nennen.
00:31:34: wir das dann Machen und sonst brauche ich eigentlich im ersten Jahr gar nichts machen.
00:31:45: Im Herbst wäre das dann in Oktober, weil es vielleicht wegkommt wie bei Stengel?
00:31:51: Genau!
00:31:52: Das kann ich machen.
00:31:53: Es kommt ein bisschen auf die South-Gutmischung an.
00:31:55: Es gibt ja auch gutmischungen, da sind einige jährige Arten auch drin wie ich da im Frühjahr ansehe, beispielsweise habe ich ein bisschen einen Platschmon.
00:32:01: Ein bisschen eine Kornblume oder Färberkamelle oder was drinnen schaut ganz nicht aus in den ersten Jahren.
00:32:09: Die verschwinden aber dann weil das sind Einjährige die ich sonst jedes Jahr einsiehen müsste und ab dem zweiten Jahr hab' ich dann eben meine extensiven Wiesen.
00:32:20: Und damit ja auch nicht zu früh also nicht vor Juli-August?
00:32:26: Also ich würde sagen, je später das du besser.
00:32:30: komm wieder ein bisschen aus dem Klima an Ende Juni.
00:32:32: Ich würde mal sagen ist es früheste wo ich meinen soll aber optimal wäre so Mitte Juli.
00:32:39: Okay.
00:32:39: Hat der Saat wieder nicht zu tief mehnen?
00:32:42: Wieder nicht zu Tiefmehnen.
00:32:43: Das macht gut oder?
00:32:44: Genau dann kann ich aber im Regel vor allem mit den Rosenmähern nie mehr fahren.
00:32:48: Das ist auch etwas das muss einem bewusst sein.
00:32:50: also ich müsste dann diese Fläche entsprechend Entweder mit einer Sense, die
00:32:58: es auch in der
00:32:59: Sense gibt.
00:33:01: Oder ich habe ein Bikemeer zur Verfügung, mit dem ich das Ganze dann...
00:33:06: Aber warum ist das so wichtig?
00:33:07: Das ist nicht weg für
00:33:09: den Saatgut.
00:33:11: Ich lasse den Bestand so lange stehen damit sich Samen bilden können und diese Samen müssen wieder in den Boden.
00:33:20: Wie gesagt, dann funktioniert das.
00:33:21: Und wir haben in Gumpenstein unsere ältesten künstlich angelegten Flächen sind inzwischen fünfundzwanzig Jahre alt und die sind noch immer wunderschöne exzessive Reichblühende Krönlandflächen einfach weil die Pflege richtig gemacht
00:33:37: worden ist.
00:33:38: Mit was muss ich dann in den nächsten Jahren rechnen?
00:33:40: Also es blüht nicht jedes Jahr gleich, das erste Jahr sicher anders wie die dritte Jahr oder?
00:33:47: Das
00:33:47: erste Jahr ist auch anders als das dritte.
00:33:49: Ich habe auch viele Arten in solchen Mischungen drinnen, die ja vor allem im Jahr nach der Ansatz besonders im Bestand zur Geltung kommen und dann sind ausdauernden Pflanzen bleiben wird der Standort natürlich ein bisschen selektieren.
00:34:06: Und das ist vielleicht noch etwas, über das wir vorher nicht geredet haben.
00:34:09: Es ist nicht wirklich jeder Standort dafür geeignet um dort eine Blumenwiese anzulegen oder halt eine reichblühende exklusivgröner Fläche weil diese Pflanzen sie brauchen ab der Wärme Sie brauchen einen Boden den nicht zu feucht ist und sie mögen keinen Schatten.
00:34:30: Das heißt, wenn ich irgendwo Ecken habe, die so halbschottig-schottig sind wo man nichts wächst ist es eine schlechte Idee zu sagen da mache ich jetzt eine schöne Blumenwiese.
00:34:38: Die wird auch schlecht wachsen weil sie zu wenig Licht hat Wenn ich irgendwo Teilflächen hab wo der Boden verdichtet ist oder die zu feucht sind.
00:34:48: Auch da werden sich diese Pflanzen nicht gut entwickeln sondern die werden dann wieder verschwinden.
00:34:54: Natürlich, wenn es jetzt ein Boden auch extreme pH-Werte zum Beispiel hat und sehr sauer ist.
00:35:01: Dann werden die Pflanzen sich dort nicht gut entwickeln.
00:35:04: Ich brauche schon durchschnittliche Bedingungen.
00:35:06: Das Einzige was die Pflanzen gut können, sie können gut mit trockenen Bedingung zurechtkommen.
00:35:13: Und ein trockener Nährstoffarmerstandort ist eigentlich der, Blühmischungen hervorbringt.
00:35:23: Das heißt aber auf der anderen Seite auch, der Stand erselektiert dann immer noch.
00:35:26: Sie haben in einer Mischung von fünf und dreißig vierzig Arten drin, gibt auch Mischungen mit fünfzig unterschiedlichen Arten vom Blütenpflanzen.
00:35:35: Und da werden dann einige mitten jahren verschwinden weil es ihnen eben etwas zu trocken ist oder etwas zu feucht ist oder der pH-Wert ein bisschen zu sauer ist.
00:35:46: nicht passt.
00:35:47: Aber das macht nichts.
00:35:48: die Natur selektiert auf diese Pflanzen, für die der Stadt dort passt und mit denen habe ich dann langfristiger Freude.
00:35:55: Wie nie jetzt das da machen will?
00:35:57: Wo kriege ich so ein passendes Saatgut für meine Region, für meinen Hausgarten her, auch für meine Gemeinde her oder für die Stromtrasse hier?
00:36:05: Ich werde immer dafür plädieren, dass man eben hier auf Saatgut zurückgreift.
00:36:09: Dass letztendlich durch unsere Hände in Gumpenstein gegangen ist und wir in der Genbank haben.
00:36:15: Und dieses Sammeln des Saatgotes und die Weitergabe an Landwirte, die das dann produzieren – das läuft bei uns im Zertifizierungssystem.
00:36:25: Das heißt also, die Herkunft, die Verarbeitung der naturräumlichen Bezug von diesem SaatGut ist garantiert durch den sogenannten Gumpnsteiner-Herkunftszertifikat Und das ist dann eben Saatgut, dass in Mischungen zu hundert Prozent aus Österreich kommt.
00:36:42: Wir haben hier einen Vertrieb-Partner mit dem wir zusammenarbeiten und die vermarkten diese Mischung.
00:36:51: Das heißt man kann sie bei uns nicht kaufen?
00:36:53: Wir sind nicht kommerziell orientiert.
00:36:55: Wir
00:36:56: hatten finanziell nichts davon.
00:37:00: Genau!
00:37:02: schauen, dass wir unseren Beitrag hier leisten und natürlich braucht man einen Partner, die es dann auch entsprechend umsetzen.
00:37:10: Wir kommen zum Schluss von unserem Podcast.
00:37:12: Was würdest du jetzt der Bürgerinnen und Bürgern in Österreich mitgeben oder auch Gemeinden?
00:37:18: Ich
00:37:19: würde Ihnen mitgeben, dass viel mehr möglich ist als man glaubt.
00:37:23: Ich weiß das es oft mentaler Überwindung ist weil man in eine ganz andere Richtung geht.
00:37:28: Wir haben schon viel mit Gemeinden auch kooperiert und es war immer ein Prozess bis die Gemeindemittarbeit ... Es reicht nicht von der Bürgermeister blühende Flächen haben will... Die Gemeinde-Mitarbeit selber müssen davon überzeugt sein.
00:37:41: Ja damit wäre klar.
00:37:41: Das sind noch diejenigen die letztendlich dann wenn sie einmal Feuer gefangen haben Wirklich auch dafür sorgen, dass diese Flächen dann entsprechend funktionieren.
00:37:53: Und die Leute muss man überzeugen und die lassen sich auch überzeugen.
00:37:57: Da haben wir sehr gute Erfangen.
00:37:59: Selbstverständlich!
00:38:00: Wir haben das oft schon Gemeinden angeboten, dass wir Schulen... Wir haben heuer in einer Liederregion zum Beispiel im Hausrück machen für das wo wir auch hier gemeinten Schulen und ihnen zeigen wie man es richtig umsetzt.
00:38:16: was man zu erwarten hat, wenn man sich damit auseinandersetzt und das sage ich noch einmal ganz wichtig ist.
00:38:22: Man muss es einfach aushalten, dass die Natur
00:38:24: auch
00:38:25: nicht nur das ganze Jahr blühen kann, wie man es vielleicht festlicherweise gewohnt ist nach
00:38:30: drei Wochen schon blöd
00:38:34: und dass die natur ihre ruhige Zeiten braucht.
00:38:36: Und immer war das... akzeptiert, wenn wir auch wieder dieses bisschen Unordnung akzeptieren zu den Erfolgen gesprochen haben.
00:38:42: Dann wird man reichlich belohnt nämlich belohmt mit Wiesen wie sie in meiner Jugend noch gang und gäbe waren wo du dich reinsetzt wo die Schmetterlinge Und wenn du ruhig bist, dann kommen die alle und setzen sich darauf auf dich.
00:38:57: Schauen wir uns vielleicht ein bisschen was an Seiten bekommen.
00:39:02: Da sitzt du drin und bist einfach glücklich!
00:39:04: Ich denke mir ja diese Momente auch wieder den kommenden Generationen zu vermitteln mit solchen Flächen.
00:39:12: Ich glaube das ist schon eine schöne Zielsetzung und da können alle Haushalte, alle Gemeinden auch mithelfen, dass wir das erreichen.
00:39:22: Gut, Bernhard.
00:39:23: Danke vielmals, dass du uns mitgenommen hast in die Biodiversität, in den Hausgärten bis hin zu Stromtrassen und U-Verböschungen, Straßenbereiche wo man das ansiedeln kann.
00:39:34: Also nicht nur die Landwirtschaft ist ein Träger der Biodiverzität sondern auch wir alle müssen Teil davon sein.
00:39:40: Wir
00:39:41: alle können unseren Beitrag leisten!
00:39:43: Das geht bis hin zum Balkonbesitzer, der ebenfalls zumindest ein kleines Trager mit solchen Mischungen besägen kann und auch dort werden die Insekten sich einstehen und brummen.
00:39:54: Genau, aber es muss mit Know-how und mit Kopf gemacht werden weil es für selbst kommt.
00:40:00: nichts
00:40:00: gesundes
00:40:01: wie in meinem Leben.
00:40:02: Danke vielmals!
00:40:03: Und bei Ihnen zu Hause bedanke ich mich fürs dabei sein.
00:40:07: wir freuen uns wenn Sie wieder einmal hinein hören in der Grasseins Wissenkompakt im Podcast der Haberlefahrung mit Gumpenstein.
00:40:12: auf Wiedersehen und Auf Wiederhören.
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