Neue GAP, neues Budget, neue Herausforderungen – Wohin steuert die Landwirtschaft? | Johannes Fankhauser #180
Shownotes
Die europäische Agrarpolitik steht vor einer entscheidenden Phase: Die Diskussionen rund um den Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union und die zukünftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden die Landwirtschaft in Österreich langfristig prägen.
Im aktuellen Podcast „Agrar Science – Wissen kompakt“ spricht PD Dr. Andreas Steinwidder mit DI Johannes Fankhauser, Sektionsleiter für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), über die politischen Herausforderungen der kommenden Jahre.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
Welche Auswirkungen hätten mögliche Kürzungen des EU-Agrarbudgets?
Welche Rolle spielt die GAP für die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich?
Welche Ziele und Erwartungen bringen Stakeholder aktuell in den neuen Strategieprozess ein?
Und wie kann die Landwirtschaft gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig, nachhaltig und zukunftsfit bleiben?
Der Podcast liefert spannende Einblicke hinter die Kulissen der aktuellen agrarpolitischen Diskussionen – verständlich erklärt und mit Blick auf die praktische Bedeutung für die Landwirtschaft in Österreich.
Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union
https://agriculture.ec.europa.eu/common-agricultural-policy/cap-overview_de
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML)
Mehrjähriger Finanzrahmen der Europäischen Union (MFR)
https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/eu-budget/long-term-eu-budget/2021-2027_de
Raumberg-Gumpenstein (Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft)
https://www.raumberg-gumpenstein.at/
Wiederherstellungsverordnung (Renaturierungsgesetz der EU)
https://environment.ec.europa.eu/topics/nature-and-biodiversity/nature-restoration-law_de
Landwirtschaftskammer Österreich
Transkript anzeigen
00:00:07: Willkommen bei AgrarScience Wissenkompakt, dem Podcast der Hapelefahrer von Gumpenstein.
00:00:12: Ich bin Andrea Stein wieder und wir sprechen heute über ein Thema das die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich entscheidend mitprägen wird – die in Planung befindliche kommende gemeinsame Agrarpolitik kurz GAAP genannt, der Europäischen Union und der mehrjährige Finanzrahmen der EU!
00:00:32: Wie viel Geld wird künftig für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen?
00:00:37: Welche Auswirkungen hätten Budgetkürzungen für Österreichs Qualitätsstrategie und die bäuerlichen Betriebe?
00:00:43: Welche Ziele- und Schwerpunkte soll die neue GAP aus österreichischer Sicht überhaupt verfolgen?
00:00:49: Darüber spreche ich heute mit Diplomingenieur Johannes Fanghauser.
00:00:54: Johannes ist Sektionsleiter für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Klima & Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und damit mitten in die aktuellen Verhandlungen- und Strategieprozesse eingebunden.
00:01:10: Lieber Johannes, danke für die Zeit, die du uns schenkst heute im Podcast!
00:01:16: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:01:17: Ich bin freue mich da mit dabei zu sein zu diesem sehr wichtigen Thema aktuell aber auch für die Zukunft – die Gemeinsame Agrarpolitik und dass wir darüber reden wie es aktuell ausschaut und wie es in Zukunft weitergeht.
00:01:34: Johannes, ich glaube für die Zuhörer ist es vielleicht am Anfang sehr stimmig und gut wenn du dir ein bisschen vorstößt wo du herkommst wie du Sektionsleiter geworden bist.
00:01:44: Und wirst du so an einem Tag im Ministerium magst?
00:01:49: Ja sehr gerne!
00:01:50: Ich komme aus dem Zillertal in Tirol bin auf einen bergbaren Betrieb aufgewachsen auf den ältelichen Betrieb Ein klassischer Betrieb Gründlandgebiet, im Berggebiet.
00:02:05: Milchkriege, Direktvermarktung, eigene Alm und auch Urlaub am Bauernhof.
00:02:11: Danach habe ich die landwirtschaftliche Weiterbildung eingeschlagen.
00:02:16: Bin in die Landwirtschaftliche Fachschule in Rot-Holz gegangen.
00:02:21: Hab dort mit Facharbeiter abgeschlossen.
00:02:25: War ein sehr gutes Rüstzeug für die Zukunft.
00:02:29: Dann ist der Weg weitergegangen, Mittelschule Raumberg Gumpenstein hat sich damals angeboten, vier Jahre mit Matura war auch eine sehr prägende und eine sehr interessante Zeit.
00:02:43: Und danach weiter was soll ich tun?
00:02:47: Dann habe ich den Weg nach Wien eingeschlagen und habe auf der Universität für Bodenkultur Landwirtschaft studiert weil das das Thema ist dass mich geprägt hat Meisten interessiert hat und an der Stelle denke ich kann es auf meine eigene Art und Weise sagen.
00:03:12: Die landwirtschaftliche Ausbildung in Österreich, das Landwirtschaftliche Schul- und Weiterbildungssystem ist wirklich hervorragend sehr gut ausgebaut entwickelt sich auch ständig weiter sondern eine sehr gute Basis.
00:03:28: Und seit sieben Jahren bin ich jetzt der Sektionsleiter im Landwirtschaftsministerium, in Bem-Luk.
00:03:38: Der Vorweich in der Landwirtschaftskammer Österreich auch als Abteilungsleiter tätig.
00:03:45: und wie läuft so ein Arbeitstag bei Deine Frage?
00:03:52: Diesen typischen Arbeitstag gibt es nicht!
00:03:56: Jeder Tag läuft unterschiedlich, so weiter organisiert und geplant wie möglich.
00:04:01: Aber in der Position ergeben sich immer wieder neue Themenbereiche, neue Themen die man auch lösen soll muss.
00:04:12: Grundsätzlich sind wir in der Sektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständig für Rahmenbedingungen der österreichischen Landwirtschaft, es ist sehr vielfältig.
00:04:27: Sein Tagesablauf mit Besprechungen, interne Abstimmungen aber auch mit sehr vielen externen Institutionen und Organisationen.
00:04:40: vor zwei Wochen war ich zum Beispiel in Zypern beim Informalner Kramministerrat.
00:04:47: Diese Woche ist Landesagrarreferentenkonferenz, politische Lage in Innsbruck.
00:04:55: Viele Themen versuchen wir gut für die Bauern und Bauern zu
00:05:00: gestalten.".
00:05:00: Und da arbeitest du auch intensiv mit dem Ministerzimmern?
00:05:04: Man hat die in Zypern gesehen, man wird diese Woche sehen – in Tirol!
00:05:11: In der Position als Sektionsleitung ist man sozusagen in der Schnittstelle, in der Koordination zwischen der Fachebene die enorm wichtig ist zur Entweiterentwicklung und der politischen Ebene zur politischen Gestaltung.
00:05:27: Und auch weiter Entwicklung.
00:05:30: Ein sehr spannender Mann hat auch sehr herausfordernder Job.
00:05:37: Jetzt aktuell – wir reden ja heute über den mehrjährigen Finanzrahmen der EU und auch über die GAP und was das für Österreich möglicherweise bedeutet.
00:05:46: Wir haben ja ein Erfolgsmodell bis jetzt gehabt, es ist die gemeinsame Agrarpolitik, die wir in Österreich umgesetzt haben wo wir eine Qualitätsstrategie verfolgt haben, wo wir die Zahlen sagen eigentlich dass wir ein Muster-Schüler sind sozusagen in dieser Strategie, in dieser Qualität-Strategie in Europa gewesen.
00:06:02: wenn ich denke wie viele junge Boerinnen bauen wir, in Österreich haben wir Vergleich zu anderen Ländern.
00:06:07: Das kommt ja alles nicht von irgendwo her.
00:06:11: Vielleicht drehen wir mal über die jetzige Gap, wo es waren ihre Stärken oder sind ihre Stärke?
00:06:17: und dann schauen wir in die Zukunft?
00:06:21: Ja da kann ich dir noch recht geben.
00:06:23: Die gemeinsame Graubolitik ist für die österreichische Land- und Postwirtschaft aber auch für den ländlichen Raum wirklich eine sehr gute Basis.
00:06:32: Wir haben gerade letztes Jahr dreißig Jahre EU-Beitritt gefeiert und auch dreißige Jahre ländliche Entwicklung.
00:06:43: Das ist das, dass der maßgebliche Baustein in der Umsetzung der gemeinsamen Agrarpolitik in Österreich mit vielfältigen Maßnahmenunterstützungsmöglichkeiten insbesondere Die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, aber auch bergbenachteiligtes Gebiet umfangreiches Bergbauernprogramm.
00:07:08: Und worauf wir sehr stolz sind in Österreich ist das Agrarumweltprogramm, das ÖBUL.
00:07:16: Seit dreißig Jahren eine wichtige Basis für Leistungen, die die Bäuerinnen und Bauern für die Umwelt erbringen.
00:07:25: Die sind enorm umfangreich, freiwillige Maßnahmen.
00:07:30: aber das Programm haben wir in den letzten Jahren sehr stark entwickelt wird auch sehr gut angenommen Und viele andere Mitgliedsstaaten beneiden uns um dieser starken und ländlichen Entwicklung, aber auch dieser guten Programme die wir für die Bauern anbieten können.
00:07:50: Das
00:07:50: ist ja auch eine Basis für Tourismus beispielsweise wenn wir uns anschauen wie wichtig die allen Wirtschaft mit dem Tourismus verknüpft ist oder unser vielfältiges Land wie das genutzt wird von uns als Gesellschaft.
00:08:06: Ein wichtiger Punkt, natürlich möchte man auch nicht verschweigen.
00:08:10: Auch es sorgt sind wir schon darüber dass wir trotzdem einen Strukturwandel haben das wir in einem internationalen Wettbewerb stehen wo wir Qualität teilweise nicht bezahlt bekommen.
00:08:23: wie gehts dir damit?
00:08:26: Dass du angesprochen hast, die Leistungen den Landwirten erbringen sind schon sehr umfangreich.
00:08:34: Insbesondere auch für diese Kulturlandschaft, die Österreich prägt.
00:08:38: Diese vielfältige schöne Landschaft fällt nicht vom Himmel.
00:08:43: Die muss gepflegt werden und da steckt sehr viel.
00:08:47: Arbeit dahinter.
00:08:48: Und da sind wir auch froh drüber stolz drauf, dass wir das auch unterstützen können und das ist eine Basis für viele andere Wirtschaftsbereiche.
00:08:57: Wir sagen nicht umsonst, dass die Landwirtschaft das Rückgrat der ländlichen Räume ist.
00:09:06: Das gilt es auch zu erhalten weiterzuentwickeln.
00:09:11: Wesentlich für die landwirtschaftlichen Betriebe ist natürlich auch die Wertschöpfung, das Einkommen.
00:09:19: Das ist das Um- und Auf- und natürlich auch der Produktpreise oder für Dienstleistungen
00:09:27: etc.,
00:09:27: dass da ein entsprechendes Einkommen reinkommt.
00:09:30: Da haben wir in den letzten Jahrzehnten Jahren zum Teil sehr schwierige Herausforderungen gehabt.
00:09:39: oder haben sie, wenn man die geopolitische Lage hernimmt.
00:09:45: Wenn man das Thema Klimawandel sich anschaut... Also da brasteln sehr viele Herausforderungen auf die Landwirte zu, die es zur Bewältin gibt wo wir versuchen zu unterstützen.
00:09:59: aber damit geht natürlich auch ein gewisser Strukturwandel einher.
00:10:06: Wir versuchen unser Ziel ist die flächendeckende Landwirtschaft nach wie vor.
00:10:13: Das ist glaube ich ganz wichtig für Österreich, dass wir das auch erhalten und dass in Richtung Qualitätsproduktion, wo wir sehr viel erreicht haben, dass wieder maßgeblich weiterarbeiten wird – das ist unsere Chance!
00:10:32: Und jetzt schauen wir ein bisschen in die Zukunft.
00:10:34: der mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen.
00:10:37: Kommission der EU sieht wesentliche Änderungen vor.
00:10:42: Der Topf an sich wird erhöht, also das Geld sozusagen dass die EU in Zukunft beanspruchen wird von den Zahlerländern wird erhöhen werden.
00:10:52: Das ist etwa vor einem Jahrzehntausend zweihundert Milliarden auf knapp zweitausend Milliarden.
00:11:01: bei einem riesigen Volumen natürlich das die EU umsetzt ist es ja relativ ein kleiner Teil im Vergleich zu den USA beispielsweise, muss man abwissen.
00:11:09: Aber es wird an sich erhöht aber gleichzeitig wird sozusagen im landwirtschaftlichen regionalen Bereich umstrukturiert und es soll auch gekürzt werden.
00:11:20: Kannst du das mal grob ein bisschen erklären?
00:11:25: Auf Ebene der Europäischen Union was die einzelnen Politikbereiche betrifft denken wir immer in Perioden.
00:11:34: Wir haben aktuell Wenn man die GAP hernimmt, die aktuelle Periode, die bis zum Jahr im Jahr ist, läuft und die Europäische Union hat eben wie du das ausgeführt hast jetzt vor gut einem Jahr den Vorschlag gemacht.
00:11:57: Wie geht es nach dem Jahr zum Jahr in diesem siebenjährigen Jahr weiter?
00:12:07: Wesentlich dafür ist natürlich, wie viel Finanzvolumen und wie viel Budget in Zukunft zur Verfügung steht.
00:12:18: Es gibt viele neue Herausforderungen schon kurz angesprochen und die Europäische Kommission hat einen Vorschlag gemacht der uns aus der landwirtschaftlichen Perspektive gar nicht schmeckt, wo wir auch sehr dagegen ankämpfen bzw.
00:12:38: verhandeln dass dieser Vorschlag um ein Vielfaches erbesser wird als es jetzt ist.
00:12:46: aber man muss auch sehen das es neue Herausforderungen gibt.
00:12:51: Wir haben einen Krieg in Europa sehr nah dran gefühlt sehr weit weg.
00:13:02: Wir haben das Thema Migration, das ein ständiges Thema ist, das Thema Außenschutz und viele andere Themen wo die Staats- und Regierungschefs sicher darauf schauen werden dass auch diese Themen abgedeckt sind.
00:13:17: aber aus unserer Sicht gilt es ein möglichst gutes Ergebnis für die gemeinsame Agrarpolitik herauszuholen.
00:13:26: Bisher waren die Mittel in der gemeinsamen Agrarpolitik bei etwa vierhundert Milliarden und das soll in Zukunft im strengen Sinn sozusagen gekürzt werden, von ungefähr dreihundert Milliarden.
00:13:38: Also deutlich weniger.
00:13:40: natürlich ist der regionale Bereich ebenfalls noch zu betrachten wo ja die Landwirtschaft auch wesentlich verankert ist.
00:13:48: also wenn es so käme wie jetzt feststeht sind doch deutliche Kürzungen zu befürchten.
00:13:55: Dramatische Situation, oder?
00:13:58: Ja es ist eigentlich völlig unverständlich in der Situation wie jetzt wo die Versorgung mit Lebensmittel schon zentraler Punkt wird.
00:14:12: Ein strategisch wichtiger Punkt wird.
00:14:16: Die EU hat mehr Geld im Budget vorgeschlagen, aber weniger für die gemeinsame Agrarpolitik.
00:14:23: Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.
00:14:28: da werden wir entsprechend verhandeln in Zahlen gegossen vielleicht.
00:14:36: Wir haben derzeit in der jetzt laufenden Barriode rund Knapp neun Milliarden an EU-Mittel für die gemeinsame Agrarpolitik zur Verfügung.
00:14:52: Und zukünftig wäre der Vorschlag, betonunglich der Vorschlag der Europäischen Kommission bei sechskammer sechs Milliarden fix zugeteilten Mittel zusätzlich über frei verfügbare aber fix zugeteilte Mittel.
00:15:07: das war doch eine sehr starke Reduktion und ich denke dass wie er hier und die europäische Landwirtschaftspolitik entsprechend Selbstbewusstsein entwickeln kann, weil das klingt nach viel Geld.
00:15:27: Aber wenn man die nationalen Budgets der Allermitgliedstaaten aufsummiert und daraus die Gelder für die gemeinsame Agrarpolitik abzieht, dann kommt knapp!
00:15:44: unter einem Prozent heraus für die gemeinsame Agrarpolitik.
00:15:48: Und ich finde, das ist ein niedriger Wert und hier kann man wirklich entsprechend mehr Mittel verlangen für die
00:16:00: Landwirtschaft.".
00:16:01: Das heißt ihr seid jetzt auch der Minister?
00:16:03: Ist in dem Zusammenhang gerade dabei Allianzen zu schmieden um das noch zu verbessern oder kann man das so sagen?
00:16:11: Das ist so.
00:16:12: Allianzenbilden sind unser tägliches Brot, sowohl auf national und insbesondere auf europäischer Ebene gibt ja viele Themenbereiche die laufend auf der Tagesordnung sind.
00:16:25: Und Österreich ist das sehr anerkannt weil wir zwischen den unterschiedlichen Welten sehr gut vermitteln können und hier eine hohe Dialogbereitschaft besteht.
00:16:39: Viele andere Agrar-Nationen schauen mittlerweile auf Österreich, was Österreich macht und welcher Vorschlag kommt.
00:16:47: Wir sind mit Stolz behaupten eine sehr gut erforderliche Ebene unterwegs.
00:16:55: und auch was die finanziellen Mittel betrifft werden wir oder sind wir dabei entsprechend die Allianzen zu bilden?
00:17:06: Schauen wir jetzt ein bisschen in die zukünftige Architektur der gemeinsamen Agrarpolitik.
00:17:10: Die wird sicher auch ein bisschen ändern.
00:17:12: oder hat man vor, das umzustellen?
00:17:14: Wir haben ja jetzt einen Zweisäulenmodell gehabt.
00:17:18: Was bedeutet das für dich?
00:17:22: Die Europäische Kommission hat nicht nur ein neues Budget aufgeschlagen sondern auch eine neue Form der Umsetzung an europäischen Politikbereiche.
00:17:37: Vorwiegend wird auf europäische Ebene die Regionalpolitik, die Sozialpolitik und die Agrarpolitik umgesetzt bzw.
00:17:51: zusätzlich viele Maßnahmen im Bereich der Forschung unter Wettbewerbsfähigkeit.
00:18:00: Zurückkommen auf die gemeinsame Agrarpolitik schlägt die Europäische Kommission in der Umsetzung in der Umsetzung der Verwaltung ein völlig neues System vor.
00:18:12: Es ist ein Systembruch, es ist eine Revolution für die Verwaltungen auch für uns – eine große Herausforderung das umzusetzen.
00:18:26: Die einzelnen Politikbereiche existieren in dieser Form im europäischen Rahmen nicht mehr Und auch in der nationalen Umsetzung soll es nur mal einen Plan für alle Politikbereiche geben.
00:18:43: Also für die gemeinsame Agrarpolitik, für die Koésionspolitik und den Sozialfonds, für den europäischen Sozialfond und für die Webbewerbsfähigkeit – nur mehr einen Fonds!
00:18:56: Das ist für uns eine große Herausforderung, weil das Ziel des Systems für die Landwirte und Landwirten einfacher zu machen.
00:19:08: Und auch stabil zu haben, es ist ja auch bei Umfragen immer wieder herausgekommen was den Bauern wichtig ist.
00:19:14: Kontinuität, Planungssicherheit.
00:19:17: oder ist das jetzt nicht eine gefährliche Situation?
00:19:19: Was du jetzt sagst, das ist ein totaler Umbruch, das klingt für mich schon gefährlich.
00:19:27: Das ist so... In der Umsetzung müssen wir sehr darauf schauen, dass die Systeme, die Landwirte und Landwirten gewohnt sind.
00:19:37: Dass es da möglichst viel Kontinuität gibt.
00:19:40: Kontinuität ist für uns eine sehr hohe Priorität.
00:19:44: Daneben auch Vereinfachung, ein Drümpelungen haben wir uns... sehr stark vorgenommen, aber dahinter das Verwaltungssystem und auch die politischen Verhandlungen, die damit einhergehen.
00:20:01: Da gibt es einen Systembruch in dem es eben nur mehr diesen einen Fonds geben soll – in jedem Mitgliedstaat, auch in Österreich.
00:20:12: Das wird sich für die Politik eine große Herausforderung da entsprechend.
00:20:19: gut zu verhandeln, damit die gemeinsame Grabpolitik ähnlich finanziell ausgestattet weitergehen kann wie jetzt.
00:20:30: So die großen Bausteine und Ziele der GAP auf europäischer Ebene, die klingen ja an sich auch sehr wünschenswert wenn ich denke für einfache Regeln ist ein großes Ziel.
00:20:40: das haben wir ja auch nationales Ziel uns vorgenommen in der Vision twenty-eight und zwanzig plus zum Beispiel gezielte Einkommensstützung für Landwirtinnen dann Generationswechsel, Junglandwirtinnenförderungen.
00:20:54: Das sind alles Dinge wo wir ja bisher schon sehr gut aufgestellt sind.
00:20:58: aber das uns auch entgehen kommt muss man dazu sagen.
00:21:00: Resilienz ist ein wichtiger Punkt.
00:21:02: da geht es auch um Klimawandel beispielsweise.
00:21:04: Es geht um Emissionen, Emissionentierschutz und es geht ums verantwortungsvolle Betriebsführung die großen Zielblöcke sehr gut zu uns passen, oder?
00:21:17: Wir sind ja ein Muster-Schüler in dem Bereich.
00:21:20: Ja die Ziele, die in der gemeinsamen Agrarpolitik oder in den Politik fällt jetzt von der Seite der Europäischen Kommission vorgeschlagen sind das sind definitiv Ziele die man gut verfolgen kann wo wir in österreichender Umsetzung auch gut aufgestellt sind.
00:21:40: aber das gilt es auch zu tun in der praktischen, operativen Umsetzung das auch auf den Boden zu bringen.
00:21:49: Wir haben zum Beispiel in der jungen Landwirtschaft sehr gute Voraussetzungen im Spitzenfeld, was junge Betriebsübernehmerinnen und Betriebesleiterinnen betrifft, auch hier geht es weiter zu arbeiten.
00:22:08: In den unterschiedlichen Programmen sind wir gut aufgestellt, aber ich möchte es nochmals betonen.
00:22:15: Verwaltung und Umsetzung ist das eine.
00:22:18: Aber die Programme bei den Bauern ankommen das andere.
00:22:25: Und in der Verwaltung gibt es einen großen Bruch dargestellt.
00:22:31: Wir wollen, dass dieser Bruch in der Umsetzung draußen ... nicht in dieser Form spürbar wird, damit wir unsere erfolgreichen Programme nahezu eins zu eins mit einer Weiterentwicklung fortsetzen können.
00:22:47: Kannst du mir ein Beispiel geben warum in der Verwaltung ein großer Bruch aus deiner Sicht bevorsteht?
00:22:53: Jetzt kann ich sagen okay sind auch unterschiedliche Ministerien damit betraut dann in Zukunft möglicherweise in Österreich oder redest du auf der europäischen Ebene?
00:23:05: Betrifft es dort unterschiedliche Gremien?
00:23:10: Beides.
00:23:11: Auf europäischer Ebene geht's vorwiegend darum, den Einflussbereich der Mitgestaltungsmöglichkeit der Agrarpolitiker beizubehalten weil wenn alles in einem Fonds aufgeht dann ist der Einfluß der Agrarpolitik ein kleinerer.
00:23:33: da haben wir bereits eine Folge mit einer österreichischen Initiative, um eben die gemeinsame Agrarpolitik zusammenzuhalten und zu stärken.
00:23:42: Und in der Umsetzung, in der nationalen Umsetzung auch mit diesem einen Fondsansatz.
00:23:51: in Zukunft wird es so sein dass wir aus Österreich wie andere Mitgliedstaaten auch einen Plan für alle Politikbereiche nach Brüssel schicken mit Brüssel abstimmen.
00:24:04: Und das erfordert natürlich für die Verwaltung, aber auch für die Politik eine zusätzliche Abstimmung mit anderen Ministerien – größter als Finanzministerium, Bundeskanzleramt und andere Ministerien.
00:24:20: Das ist eine große Herausforderung!
00:24:24: Für uns,
00:24:25: weil einfach unterschiedliche Politikbereiche dazu kommen.
00:24:28: Migration zum Beispiel ist teilt möglicherweise und das sind die Herausforderungen wie teilen wir das Geld sozusagen auch national auf?
00:24:37: Genau jetzt schauen wir ein bisschen in den österreichischen Prozess.
00:24:40: also wir sind ja jetzt mittendrin in den Vorbereitungen und auch da ist Österreich immer so ein Musterland.
00:24:47: Das weiß man auch wenn man mit ausländischem Partnerinnen und Partnern spricht.
00:24:53: Prozessen, wenn es um neue Agrarpolitik zum Beispiel geht ist Österreich immer sehr gut vorbereitet am Tisch.
00:25:00: Und bei euch läuft jetzt gerade ein sehr breiter Prozess, um sozusagen die Wünsche, die Sichtweisen zu sichten zusammenzutragen und daraus ein Paket zu schnüren mit dem man dann auf europäischer Ebene argumentiert.
00:25:15: Kannst du diesen Prozess ein bisschen beschreiben?
00:25:17: Und auch sozusagen einen zeitlichen Horizont uns ein bisschen aufmachen!
00:25:23: Eine gute Vorbereitung ist unumgänglich, insbesondere wenn es um so wichtige und so große Aufgaben- und Themenbereiche geht wie die gemeinsame Agrarpolitik.
00:25:39: Wir haben uns da auf europäische Ebene einen Namen gemacht aber auch in der nationalen Umsetzung ist uns ein Faktenbasierter ein transparenter Prozess enorm wichtig.
00:25:55: Wir haben eine sehr gute Basis mit dem aktuellen GAP-Strategieplan, mit vielen Analysen die wir haben und einen sehr umfangreichen Strategieprozess.
00:26:10: zum Zukunftsbild der österreichischen Land- und Forstwirtschaft, zum ländlichen Raum gemacht mit der Vision.
00:26:20: Das ist für uns auch eine Leitlinie zur Entwicklung, zur Weiterentwicklung der Maßnahmen.
00:26:30: Und wie gesagt ein transparenter Prozess ist uns sehr wichtig Einbindung aller relevanten Gruppen, alle relevanten Stakeholderinnen.
00:26:45: Wir haben diesen nationalen Gestaltungsprozess der Zukunft in Gab ab dem Jahr und Anfang dieses Jahres gestartet mit Informationsveranstaltungen aber gehen jetzt auch schon in die Bearbeitung, in die Gestaltung.
00:27:05: Das heißt Zum einen hat es eine öffentliche Konsultation gegeben, wo sich alle Beteiligungen können, die daran Interesse haben.
00:27:16: Wo sehr viel Input zurückgekommen ist – über ein Tausend Dreihundert Rückmeldungen.
00:27:25: Wir hatten vergangene Woche die Woche Workshops mit relevanten Beteilligten.
00:27:33: Was mich sehr freut ist das auch Viele Bauern und Bauern, auch viele Junge sich die Zeit nehmen bei dieser Gestaltung mit dabei zu sein.
00:27:45: Und wir werden aus diesen Inputs, aus dem was da ist einen Vorschlag arbeiten für den zukünftige Gestaltung der GAP.
00:28:00: Ab Herbst beginnt die politische Diskussion auf nationaler Ebene und natürlich auch die weitere Bearbeitung.
00:28:10: Ziel ist, dass bis Mitte des Jahrhunderts ein abgestimmter österreichischer Plan existiert.
00:28:22: Aber es gilt natürlich auch viel zu berücksichtigen, insbesondere die finanzielle Ausstattung.
00:28:29: Die finanziellen Ausstatterungen auf europäischer Ebene, das europäische Budget wird aller Voraussicht nach Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres stehen.
00:28:42: und wesentlich ... ist dann aber auch die nationale Co-Finanzierung.
00:28:49: Wir finanzieren ja die gemeinsame Agrarpolitik zu einem großen Teil, auch national sind da sehr erfolgreich.
00:29:00: in der ländliche Entwicklung holen wir das Doppelte ab als wir einzahlen.
00:29:11: Plakativ gesagt, wir zahlen einen Euro nach Brüssel und holen uns zwei Euro rettour.
00:29:18: Weil wir im Agrarumweilprogramm, im Bergbaumprogramm Investitionsprogramm Lieder viele andere Maßnahmen, weil wir da so gut unterwegs sind, gelingt uns das.
00:29:31: Und es soll auch in Zukunft
00:29:33: zu bleiben?
00:29:35: Das ist ja.
00:29:35: was das Europäische Budget betrifft ist es natürlich so, dass es viele Staaten gibt die in so europäische Budget mehr einzahlen als sie Retour bekommen.
00:29:52: Die sogenannten Netto-Zahler.
00:29:55: Deutschland ist einer der größten Nettozahler auch Frankreich.
00:30:00: Österreich ist auch ein Netto zahler.
00:30:02: wir bezahlen mehr nach Größe was wir Retour bekamen aber eben nicht.
00:30:06: in der ländliche Entwicklung holen wir mehr Geld ab, als wir nach Brüssel zahlen.
00:30:13: Das ist aber auch der Stand eines Muster-Schülers, da darf es so sein würde ich sagen oder?
00:30:19: Ja das viel zurückblicken nutzt uns in dieser Situation wenig.
00:30:27: Es bleibt voll drauf zu bleiben, auf europäische Ebene konzentriert Vollgas weiterzuarbeiten.
00:30:35: In vielen fachlichen Arbeitsgruppen läuft der Prozess schon über einem Jahr vor europäischer Ebene und das nächste Jahr wird sicher sehr intensiv was dieses Thema betrifft.
00:30:49: Jetzt möchte ich noch kurz ein bisschen an Schwenk machen in Richtung Wiederherstellungsverordnung Renaturierung.
00:30:56: Wie sehr ist das eingebettet in die neue Agrarpolitik?
00:31:02: Ist zu erwarten, dass hier zusätzlich möglicherweise über diese Argumentation für den ländlichen Raum zur Verfügung stehen werden Zukunft.
00:31:12: Wie stellt ihr euch der strategisch auf also es Öpul und Renaturierung zu verschränken?
00:31:18: Das ist ja eine Strategie, die wir in Österreich ein bisschen vorhaben.
00:31:22: oder
00:31:25: Zur Wiederherstellungsverordnung, zur Renaturierung ist ja zum Teil etwas ungelebt in der nationalen Umsetzung.
00:31:36: Man kennt die Politik dazu wie auf der fachlichen Ebene verstehen es nicht dass Europa hier neue Maßnahmen trifft vorgibt Aber kein zusätzliches Geld zur Verfügung steht, das ist völlig unverständlich.
00:32:00: Da gilt es weiter drauf zu bleiben.
00:32:03: für neue Maßnahmen muss es auch neues Geld geben und in der nationalen Gestaltung in der Umsetzung oder der Wiederherstellungsverordnung versuchen wir im Bereich der Landwirtschaft jedenfalls das was die Landwirtschaft jetzt schon Leistet und auch in Zukunft leistet.
00:32:24: Und Umwelt, Biodiversität viele andere Dinge mehr.
00:32:29: da ist eine enorme Leistung der Landwirtschaft bereits vorhanden und das muss anerkannt werden.
00:32:37: Das muss angerechnet werden und das ist unser Ziel also freiwillig Freiwilligkeit und kein Zwang.
00:32:45: Das ist unsere oberste Prämisse
00:32:49: und natürlich auch dortiert finanziell.
00:32:54: Wenn du jetzt in die Zukunft schaust, in den nächsten zehn Jahren die österreichische Landwirtschaft, wo siehst du?
00:32:59: Die österreichischen Landwirtschaft im zehn Jahr.
00:33:02: Was ist dein Zukunftsbild?
00:33:06: Und wie kannst du dieses Zukunfts-Bild begleiten?
00:33:10: Wir kommen nochmal zurück auf den, auf die Vision, Versucht auch in die Zukunft zu schauen, um eben auch eine entsprechende Weiterentwicklung und Unterstützung Maßnahmen zu haben.
00:33:30: Das sind Maßnahmen zu gestalten.
00:33:33: Ich habe grundsätzlich einen sehr positiven Zugang in der Arbeit und generell und sehe daher auch die österreichische Land- und Postwirtschaft gut aufgestellt und eine positive Zukunft.
00:33:49: Wenn gleich!
00:33:52: Wenn man die aktuelle Situation hernimmt, Ackerbau viele unterschiedlichen Spaten, die massiv unter Druck sind.
00:34:02: Wo das Einkommen stark reduziert wurde ist da gilt es dran zu bleiben Unterstützung soweit das möglich ist dass auch in den aktuellen Diskussionsprozess einfließen zu lassen.
00:34:22: Aber grundsätzlich, Landwirtschaft Lebensmittelversorgung hat einen Gewinn einen höheren Stellenwert.
00:34:31: In Zukunft davon bin ich überzeugt die aktuelle geopolitische Lage da es die Landwirtschaft wird wichtiger wird wieder wichtiger.
00:34:45: Das ist eine wichtige Botschaft auch für viele Jugendliche, die sich überlegen.
00:34:50: Steige ich in die Landwirtschaft ein oder mache es nicht?
00:34:56: Die Landwirtschaft oder einen Betrieb einzusteigen ist eine höchst persönliche Entscheidung.
00:35:03: Möglichst Fakten basiert diese Entscheidung zu treffen.
00:35:08: wir haben ein sehr gutes Schul- und Ausbildungssystem wie schon gesagt.
00:35:13: die Möglichkeit gibt es Und es gibt auch Weiterentwicklungsmöglichkeiten, andere Sparten, Diversifizierung.
00:35:23: Viele Möglichkeiten natürlich nicht für alle Betriebe die gleichen Alternativen das ist so.
00:35:30: aber ich bin sehr gerne in Österreich unterwegs nehme mir immer wieder vor auch rauszufahren soweit es nur irgendwie zeitlich möglich ist weil man trifft auf sehr viel Enthusiasmus, sehr viel Engagement.
00:35:48: Sehr viele Freude und sehr unterschiedliche Betriebstypen.
00:35:52: Andererseits natürlich auch auf die Druckpunkte, auf die Schwierigkeiten.
00:35:59: Mir ist es ganz wichtig, dass man das so weit als möglich ist – auch gut mitbekannt!
00:36:08: Einen Wunsch frei hättest für die zukünftige Agrarpolitik auf europäischer Ebene, auf nationaler Ebene.
00:36:16: Was waren die zwar Wünsche?
00:36:20: Ich würde mir wünschen das die Leistungen der Landwirtschaft erbringt dass das mehr gesehen wird.
00:36:29: Dass es hier mehr Bewusstsein in der Gesellschaft gibt aber auch in allen unterschiedlichen Politiklagern.
00:36:40: Leistungen sind wirklich enorm und ist für Österreich ganz eine essentielle, wichtige Basis.
00:36:48: Was gibt dir für deine Arbeit Kraft?
00:36:50: Mir gibt es Kraft so Betriebsbeispiele zu sehen wo so viel Enthusiasmus und Engagement dahinter steht.
00:37:00: also das inspiriert macht Freude.
00:37:07: Ganz gerne öfter wieder am älterlichen Betrieb auf der Alm.
00:37:13: Tageweise unterwegs, da spürt man wieder etwas mehr Erde und mehr Heikunft und ein gewisses Handwerk dahinter.
00:37:24: Das tut gut!
00:37:25: Ja, finde ich auch.
00:37:27: Danke vielmals für das Gespräch und wir werden in einem Jahr oder eineinhalb Jahren dann schauen... wo die Gap wirklich hingekommen ist und wo sie steht.
00:37:35: Und dann präsentieren wir die nächsten sieben Jahre, die wir vor uns haben in der Gap.
00:37:41: Danke vielmals Johannes und alles Gute dir und deinem Team im Ministerium!
00:37:46: Danke auch Andreas.
00:37:47: das können wir sehr gerne machen wäre sicher spannend.
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