Wie sicher ist Österreichs Lebensmittelversorgung? | Franz Sinabell #197
Shownotes
Österreich verfügt über eine leistungsfähige Landwirtschaft und erreicht bei vielen Lebensmitteln hohe Selbstversorgungsgrade. Doch bedeutet das auch, dass unsere Lebensmittelversorgung wirklich krisensicher ist?
Klimawandel, Hitze und Trockenheit stellen die landwirtschaftliche Produktion vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig gehen wertvolle Agrarflächen verloren und auch die heimische Landwirtschaft ist Teil internationaler Liefer- und Versorgungsketten. Selbst dort, wo Österreich mehr produziert als im Inland verbraucht wird, können Abhängigkeiten von Betriebsmitteln, Energie oder anderen Vorleistungen bestehen.
Wie aussagekräftig ist also der Selbstversorgungsgrad? Wo liegen Österreichs Stärken und Schwachstellen? Wie verändern Klimawandel und Bodenverbrauch unsere Versorgungssicherheit? Und welchen Einfluss haben unsere Ernährungsgewohnheiten darauf?
Darüber spricht Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder im österreichischen Podcast für Landwirtschaft, Forschung und Praxis mit Priv.-Doz. Dr. Franz Sinabell, Agrarökonom am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Sinabell forscht unter anderem zu Agrar- und Ernährungspolitik, Umwelt- und Ressourcenökonomie sowie Risikomanagement.
Ein Gespräch über Landwirtschaft und Lebensmittel, aber auch über eine grundlegende Zukunftsfrage: Wie machen wir unsere Ernährung in Österreich fit für eine Welt, in der Klimaextreme und Unsicherheiten zunehmen?
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
Transkript anzeigen
00:00:07: Wie krisenfest ist unser Teller?
00:00:09: Politische Unruhen, Kriege, Handelskriege und der Klimawandel verändern die Rahmenbedingungen.
00:00:16: Hitze, Trockenheit und andere Wetterereignisse setzen der landwirtschaftlichen Produktion zunehmend zu.
00:00:22: Gleichzeitig gehen landwirtschaftliche Flächen verloren Und auch eine hohe Selbstversorgung bei einzelnen Lebensmitteln bedeutet noch lange nicht dass wir bei unserer Ernährung unabhängig von im Borden sind.
00:00:37: Was heißt also Selbstversorgung überhaupt?
00:00:40: Wie krisenfest ist unser Ernährungssystem und was bedeutet der Klimawandel, der Flächenverlust und politische Unruhen langfristig für unsere Ernährungssicherheit.
00:00:52: Darüber spreche ich Andreas Stein wieder in unserem österreichischen Podcast für Landwirtschaftforschung und Praxis heute mit einem ausgewiesenen Experten – Privatdozent Dr.
00:01:02: Franz Sinabel.
00:01:06: am österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, dem BIFO.
00:01:10: Und er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Landwirtschaft, Ernährung, Klimawandel und Versorgungssicherheit.
00:01:16: Franz herzlich willkommen im Podcast der Grasei ins Wissenkompakt!
00:01:19: Ja, vielen Dank für die Einladung!
00:01:22: Franz gleich zu Beginn können wir Österreicher uns mit unserer Fläche im Lebensmittelbereich selbst ernähren?
00:01:32: Wir können unser nähern und ich glaube das ist der bessere Ausdruck verglichen mit dem Ausdrucks Versorgen.
00:01:40: Weil wenn ich an Kaffee denke, wenn ich am Bananen denke dann können wir uns in Österreich mit diesen Gütern nicht versorgen.
00:01:50: Sie sind aber für unsere Ernährung wohl wichtig Aber das sind eher Genussmittel Wenn es um die Ernährungen geht.
00:01:57: da geht's um die näher.
00:01:59: Inhaltsstoffe Das sind Kohlenhydrate, das sind Proteine und Wenn wir uns diese beiden wichtigen Grundelemente anschauen, dann sind wir eigentlich sehr gut versorgt.
00:02:14: Und wir könnten uns sogar noch besser versorgen wenn wir die Zuckerrübenproduktion ausdehnen würden.
00:02:21: Dann hätten wir viele, viele Kalorien aber die werden wahrscheinlich so viele dass wir uns da gar nicht mehr gesund ernähren würden.
00:02:29: Man liest ja auch oft vom Selbstversorgungsgrad.
00:02:33: Und ich habe jetzt gerade eine Publikation aus Japan in die Hände bekommen und die hat mich dazu angeleitet, mit dir über das Thema zu sprechen.
00:02:44: Japan macht sich Gedanken seinen Selbstversorgerungskrat zu erhöhen Aus politischen Gründen um Abhängigkeiten abzubauen.
00:02:55: Wie schaut es in Österreich?
00:02:57: sogenannten Selbstversorgungsgrad aus bei einzelnen Produkten?
00:03:02: Ja, vielleicht fange ich damit an zu erklären wie wird dieser Selbstversorgnungsgrad berechnet.
00:03:10: Schauen wir uns das bei den Erdäpfeln an.
00:03:13: in Österreich wird eine bestimmte Menge an Erdöpfeln produziert und bei den Ärdepfeln ist es so dass es immer eine Schwankungsbreite gibt weil die Erträge unterschiedlich sind.
00:03:25: aber Im Grunde produzieren wir so viele Erdäpfeln, wie wir in Österreich nachfragen und zwar sogar mehr weil wir auch Stärke Kartoffeln produzieren.
00:03:41: Und die werden gar nicht für die Ernährung verwendet sondern vor allem für die Papierstellung und für andere Zwecke natürlich.
00:03:49: das Püree wird auch aus Erdöpfeln gemacht dass man im Geschäft kaufen kann und sich dann zubereitet, wird aus speziellen Erdäpfeln gemacht.
00:04:02: Und man schaut an wie viel konsumierende Österreicherinnen und Österreicher und wieviel wir erzeugt.
00:04:10: und wenn mehr erzeugт wird als konsumiert wird haben wir einen Selbstversorgungsgrad von über hundert Prozent und bei vielen Gütern haben wir Gut hundert Prozent, das ist beispielsweise bei Getreide so.
00:04:27: Bei vielen Obstsorten wir versorgen uns mehr als zuhundert Prozent beim Milch, bei Rindfleisch und weniger versorgnet mit Geflugelfleisch oder mit Öl, Pflanzenöl.
00:04:46: da haben wir ein großes Defizit.
00:04:48: Ist es für eine Gesellschaft wichtig?
00:04:52: hundertprozent Selbstversorgung zu erreichen.
00:04:56: Ich frage dich das deswegen, weil ja die Ökonomen uns immer sagen es soll dort etwas produziert werden wo es am effizientesten produziert wären kann?
00:05:07: Ja, das ist eine sehr gute Frage und ich gebe dir ein Beispiel Wir produzieren in Österreich annähernd hundert Prozent vom Schweinefleisch dass wir in Österreich konsumieren, nur ein bisschen was wird exportiert und importiert.
00:05:25: Das fällt aber nicht ins Gewicht!
00:05:28: Und jetzt überlegen wir uns wie werden die Schweine versorgt?
00:05:34: Und dann ist natürlich allen diesen Podcast keinen klar damit man Schweine messten kann braucht man zwei Komponenten.
00:05:46: Man braucht Stärke und Eiweiß.
00:05:48: und wo kommt das Eiweiss her?
00:05:50: Das Eiweiß kommt vor allem aus Amerika, Nordamerika und Südamerika.
00:05:57: Und warum dort dieses günstiger Soja zu produzieren als bei uns?
00:06:03: Wir haben in etwa die gleichen Sojaherträge wie in SüdamERICA oder in Nordamerica aber wir haben viel weniger Fläche und daher lohnt es sich so ja vor allem in den USA und in Südamerika zu produziert.
00:06:19: Wir könnten das auch, aber wenn wir so viel Futter produzieren würden, dass unsere Schweine satt werden.
00:06:28: Dann hätten wir weniger Fläche für Getreide, für Raps und kämen dort im Bedrängnis.
00:06:35: Das heißt es macht schon Sinn, dass jeder das produziert was er besonders gut kann.
00:06:41: Aber es macht auch Sinn in Zeiten von politischen Unruhen, wo Krisen herrschen, wo Schifftransporte nicht mehr funktionieren.
00:06:51: Sich mit dem Thema der Selbstversorgung zu beschäftigen und auch nicht in Abhängigkeiten hineinzukommen.
00:06:57: Gerade eine Krise zeigt uns dann, wo wir verwundbar sind oder?
00:07:03: Ja!
00:07:04: Und da muss man eigentlich nur ein bisschen nachdenken.
00:07:08: wenn wir wirklich in einer existenziellen Versorgungskrise kommen würden, was Lebensmittel betrifft.
00:07:16: Dann würden wir nicht die Schweine mit Mais und Soja füttern sondern wir würden den Mais und das Soja dass wir haben für die menschliche Ernährung einsetzen und das ist eine ganz große Reserve, die wir in Österreich haben weil wir eine produktive Landwirtschaft haben.
00:07:38: natürlich für die Schweinemester Ist es dann nicht so lustig?
00:07:42: Weil Da Wertschöpfung verloren geht, aber in einem Krisenfall geht es um den Hunger, den Menschen haben und das sind drastische Maßnahmen gerechtfertigt.
00:07:56: Wir müssten uns da eher Sorgen machen dass wir genug Traktorreifen haben, dass wir genügend Dieseltreibstoffe haben, Düngemittel, Saatgut.
00:08:08: Bei all diesen Dingen sind wir sehr stark aus dem Ausland abhängig.
00:08:12: Aber eine Weile kann man das schon überbrücken?
00:08:16: Jetzt sind wir zu einem guten Thema gekommen, also es geht ja auch nicht nur darum jetzt den Weizen zu haben sondern in der Produktionskette sind wir auf gewisse Dinge angewiesen.
00:08:28: Ich habe das Ding, neben der Fläche, neben dem Wasser, neben den guten Management der Bäuerinnen und Bauern ist auch der Dünger ein Thema.
00:08:37: Handelskriege oder in Bordprobleme oder steigende Preise bei Düngern tun uns besonders weh, oder?
00:08:46: Ja also Dünger ist ja ein interessantes Produkt.
00:08:54: Ganz früher wurde alles getan um die Nährstoffe im agrarischen System zu halten.
00:09:03: da wurden auch aus dem Wald Laub geerntet, um Nährstoffe auf die Felder zu bringen.
00:09:13: Die menschlichen Exkremente wurden sorgsam in den Zyklus hineingebracht und seit dem neunzehnten Jahrhundert als die Lagerstätten von Salpeter in den Inseln und Südamerika bekannt waren ist Ein Fluss von Nährstoffen aus der Welt in das agrarische System nach Europa geflossen.
00:09:43: und als sich diese Salpeter-Krise abzeichnete, als dieser Rohstoff immer teurer, teurer wurde.
00:09:51: Da gab es einen Durchbruch mit dem Haberboschverfahren wo die Möglichkeit eröffnet wurde Stichstoffe aus der Luft zu synthetisieren um den Pflanzen verfügbar zu machen.
00:10:05: Und dieser Prozess ist über hundert Jahre immer verbessert worden und heute schon sehr, sehr effizient.
00:10:15: Aber wir brauchen Erdgas um Stickstoff herzustellen und wir können zwar Stickstoff in Linz selber herstellen in Österreich aber damit wir diesen Prozess in Gang setzen brauchen wir Erdgaz und das kommt jetzt aus Norwegen.
00:10:34: Das heißt eine Autarkie, dass wir alle selber machen.
00:10:39: Das geht nicht.
00:10:42: Gleichzeitig ist es schon so und jetzt rede ich nicht über die absolute Krise aber wir spüren es auch, dass Mangel-Situationen das politische Veränderungen, die Agrarmärkte in ihren Preisen sehr stark verändern und das schlägt durch dann sehr unmittelbar auf die Bäuerinnen und Bauern, auf die Höfe aber auch auf den Konsumenten möglicherweise wenn dann die Produkte wieder teurer werden.
00:11:11: Also es ist ein Ballonsakt sozusagen oder das ist ein Ziel einer Gesellschaft kann und soll es schon sein meiner Meinung nach bei möglichst vielen Produkten eine gute Versorgung zu haben.
00:11:24: Kann man das so stehen lassen?
00:11:26: Ja für die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer die werden das vielleicht in der Geschichte im Geschichtsunterricht mitbekommen haben.
00:11:38: Es gab nach dem Krieg dieses Spannungsverhältnis zwischen den östlichen und westlichen Ländern, mit dem eisernen Vorhang und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich eine Phase gebildet die wir heute Globalisierung nennen.
00:12:02: Immer mehr Länder sind ja in das System des vernetzten Welthandels eingestiegen und das hat wirklich sehr gut funktioniert, bis so etwa aus dem Jahr die große Finanzkrise war.
00:12:19: Und dann plötzlich klar wurde, mit den Finanzströmen hängen auch die Handelströme ab.
00:12:30: Da wurde das erste Mal klar, dass die Globalisierung nicht nur Vorteile bringt.
00:12:37: Dass wir uns auf das spezialisieren was wir am besten können und die anderen machen das andere sondern auch Nachteile bringt.
00:12:46: im Jahr zwanzig mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist uns das ganz drastisch vor Augen geführt worden wo plötzlich die Getreideversorgung von vielen Ländern auf dem Spiel gestanden hat.
00:13:04: Wir in Österreich, wir haben das schon gespürt über die hohe Inflation weil bei uns die Energie so knapp wurde.
00:13:12: andere Länder haben es gespürt weil die Brotpreise plötzlich dreimal so hoch waren.
00:13:18: davon sind wir nicht ergriffen worden und seit diesem Schockmoment sprechen die Entscheidungsträger von einer strategischen Autonomie.
00:13:32: Und darunter ist zu verstehen etwas anderes als autarki, autarkii meint dass wir uns mit allem selber versorgen.
00:13:41: bei der autonomie geht es darum das man die bedingungen definiert mit denen man mit anderen partnern im austausch steht und ich glaube das was die japaner machen Was du einleitend erwähnt hast, ist eben eine Rückbesinnung auf wichtige Versorgungskriterien.
00:14:07: Und wenn Sie sagen wir wollen uns stärker selber versorgen dann kann das beispielsweise durch die Demografie automatisch gehen weil die Bevölkerung schrumpft.
00:14:19: Wenn die landwirtschaftliche Produktion gleich bleibt steigt die Versorgung oder sie wollen Die Versorgung insgesamt steigern, da müssen sie natürlich die landwirtschaftliche Produktion auch ausdänen.
00:14:34: Gehen wir ein bisschen zum Thema Klimawandel.
00:14:38: Wir hatten jetzt die Türe.
00:14:40: Hoffentlich ist es vorbei.
00:14:43: Und das und dem Bodenverlust?
00:14:46: Das macht ja sehr wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang Wie wirkt sich das aus deiner Sicht auf die Selbstversorgung aus?
00:14:56: in Österreich.
00:14:59: Ja, wir haben das Thema Bodenverlust vor zwei Jahren untersucht und wir haben eine Rechnung gemacht.
00:15:09: wie viele Menschen hätte man versorgen können wenn der Boden Verlust den wir beobachtet haben nicht eingetreten wäre?
00:15:20: Wir haben da Berechnung gemacht, wo wir Kalorien und Proteine uns angeschaut haben.
00:15:28: Und in Österreich ist es so, dass wir eine steigende Bevölkerung haben.
00:15:34: Das heißt, wir haben heute um einen Million mehr Menschen als noch vor fünfzehn Jahren glaube ich oder zwanzig Jahren.
00:15:42: In der gleichen Zeit haben wir aber weniger Agrarflächen.
00:15:46: Wir produzieren auch weniger Agrargüter.
00:15:50: Das heißt, wir sind was die Versorgung betrifft eigentlich schlechter.
00:15:55: Wir können heute um etwa sechshundert Millionen Menschen glaube ich weniger versorgen als wir versorgn könnten wenn dieser Bodenverlust nicht eingetreten wäre.
00:16:08: das heißt beide Größen spielen zusammen aber es hängt natürlich davon ab was man oft auf diesen Flächen produziert.
00:16:21: Wenn du dir die Situation des heurigen Jahres ansiehst, Dürre.
00:16:27: Was prognostizierst?
00:16:29: Ist deine Prognose hinsichtlich Versorgung das Bilanz in Österreich Auswirkungen?
00:16:35: Reden wir dann von minus zehn Prozent bei einzelnen Produktkategorien, minus zwanzig?
00:16:40: was schätzt du hier?
00:16:42: Ja da hat Agrarmarkt Austria im August schon erste Ernteschätzungen vorgelegt und je nach Kultur sind das minus zehn bis minus zwanzig Prozent, bei Obst sogar minus fünfundzwanzig prozent.
00:17:02: Das drückt auf unseren Selbstversorgungsgrad und wir werden im Jahr zwei tausendzechsundzwantzig von der Bilanz her ein sehr schlechtes Jahr haben und zwar durch die Bank, weil ja das Grünland auch erfasst ist und daher auch die Milchversorgung ein bisschen zurückgehen wird.
00:17:28: Beim Rindfleisch wird es wahrscheinlich anders ausschauen, weil man jetzt kurzfristig eine Überversorgungszeit hat.
00:17:36: Das heißt da wird sich die Selbstversorgungen sogar erhöhen aufgrund der Türe.
00:17:44: Wenn man nur auf die Selbstversorgung schaut und ausblendet, was rundherum passiert, tut man sich schwer zu verstehen warum die eine Position mal hoch das andere Mal niedrig ist.
00:17:58: Jetzt bist du Wirtschaftsforscher?
00:18:00: Was rätst Du der Langtwirtschaft im Zusammenhang mit dem Klimawandel?
00:18:08: Also ich brauche den Bauern keine Ratschläge geben weil Wirtschaftsforscher und eine wichtige Aufgabe von Wirtschaftsvorschern ist zu beobachten, was diejenigen, die von ihrer Arbeit leben machen um nicht nur gut über die Gründen zu kommen sondern auch zukunftsorientiert zu investieren und Perspektiven für ihre Familie zu schaffen.
00:18:37: Das heißt was ich machen kann ist ein bisschen ein Sprachrohr sein denen, die in einer Situation sind wo sie nicht genau wissen wie sie sich anpassen können erzählen was andere in ähnlichen Situationen machen.
00:18:57: Daher rate ich nicht sondern ich teile die Beobachtungen die ich habe und die mir auffallen und was man sieht ist zweierlei.
00:19:11: wir nennen das Autonome Anpassung, wenn beispielsweise im Grünland plötzlich drei Schnitte möglich sind.
00:19:21: Weil die Vegetationsperiode länger dauert oder gar vier Schnitten dann braucht der Bauer keine neuen Maschinen und da braucht er keinen neuen Technologien.
00:19:34: Das was einfach da ist wird geerntet.
00:19:38: was er braucht, ist wahrscheinlich mehr Lager oder mehr Tiere die den Aufwuchs auch dann zur Fütterung benötigen.
00:19:47: Die aktive Anpassung ist etwas anderes.
00:19:51: wenn beispielsweise ein Bauer beginnt Reis zu produzieren in Österreich das ist eine enorme Herausforderung für einen einzelnen Betrieb weil er ja die Sorten finden muss.
00:20:07: Er muss die Pflanzenbehandlungsmittel finden, er muss die Saattechnik in den Griff kriegen, er muß wissen wie die Kultur geht, er musste sich entscheiden gibt es überhaupt Reis, den ich produzieren kann ohne dass er unter Wasser steht?
00:20:22: und das ist ja dann noch gar nicht getan.
00:20:25: Er muß den Reis auch selber verarbeiten weil Reis ja ganz speziell aufbereitet werden muss, bis er so ist wie in die Verbraucherinnen und Verbrauchern kennen.
00:20:40: Und das sind ein paar Pioniere, die sehr viele Schritte machen über die Jahre hinweg einen Produktionsprozess neu entwickeln, den es bisher in Österreich nicht gegeben hat.
00:20:56: Diese Pionieren beobachte ich und mache mir meinen Reim darauf.
00:21:03: Ja, die Bauern sind die besten.
00:21:06: Die wissen wie man mit dem Klima umgehen kann aber sie brauchen natürlich Unterstützung so wie ihr das machts mit der angewandten Forschung.
00:21:17: Franzis ist ja nicht das erste Mal dass wir Herausforderungen haben beispielsweise durch Klimaveränderungen in der Landwirtschaft.
00:21:26: und gibt es Beispiele wie sich die Landwirtschaft anpassen kann?
00:21:32: Ja, ich glaube ein gutes Beispiel sieht man in Österreich.
00:21:35: Aber da muss man jetzt wirklich hundert Jahre zurückblicken.
00:21:39: Vorhundert Jahren war es so dass Österreich das sich traditionell versorgt hat von Ungarn und Polen Von Regionen die heute in der Ukraine sind Also vor allem der Osten wo viele Menschen gelebt haben.
00:21:55: Und durch den Weltkrieg Die Zerflagung des Habsburger Reiches war Österreich plötzlich auf sich selber gestellt und musste mit großen Anstrengungen Versuche unternehmen, sich selbst besser zu versorgen.
00:22:16: Mit Nahrungsmitteln.
00:22:18: Und damals wurde die These ausgegeben damit wir unsere Bevölkerung ernähren können brauchen wir ein zehntes Bundesland.
00:22:29: Da stellt sich natürlich die Frage, was
00:22:31: ist das?
00:22:33: Was ist dieses zehnte Bundesland?
00:22:35: und die Antwort ist relativ einfach.
00:22:39: Das zehente Bundesland waren Flächen in Österreich, die an sich geeignet sind für die landwirtschaftliche Produktion aber nicht sehr produktiv waren.
00:22:51: Das waren vor allem die Flächen entlang von Flüssen sehr feucht waren, wo man Pferde und andere Weidetiere schon versorgen konnte, die aber für den Ackerbau völlig ungeeignet waren.
00:23:06: Und über fünfzig Jahre hinweg wurde systematisch durch Entwässerung der Bestand an nutzbaren Ackerflächen in Österreich aufgebaut im Endstall genauso wie in vielen anderen Tälern Österreichs.
00:23:28: Und wenn wir uns heute gut selber versorgen können, wie ich das vorher gesagt habe dann ist der Grundstein vor hundert Jahren gelegt worden und man sieht schon welche Perspektive man benötigt um ein Land zukunftsfitt zu machen.
00:23:51: die Herausforderung Jetzt ist nicht ein elftes Bundesland für Österreich zu entdecken, sondern die Herausforderung jetzt ist
00:24:02: das Zehnte wieder anders zu managen.
00:24:04: Das zehnte Bundesland anders zu managen – das Wasser, das wir rasch abgeleitet haben in der Landwirtschaft zu halten und möglicherweise durch neue Bewässerungssysteme auch wieder fruchtbar zu machen.
00:24:23: Das heißt, wir haben damals die Landwirtschaft vom Wasser her gedacht und wir müssen sie jetzt auch wieder stärker von Wasser her denken.
00:24:33: Das ist die Herausforderung und das ist das Interessante an der Landwirtschaft, dass es eigentlich ganz einfach Dinge sind, die man im Kopf haben muss Szenarien über Modellergebnisse nachdenken braucht, sondern der Hausverstand sagt einem was eine gute Lösung ist.
00:24:59: Natürlich wenn ich es großflächig umsetzen will brauche ich dann schon die Rahmenbedingungen die das Großflächige ermöglichen oder auch sogar unterstützen, wenn es uns ein Wert ist, der uns etwas wert ist.
00:25:12: und genau das wurde gemacht.
00:25:16: Ich habe die Aufzeichnungen studiert, wie viel Geld von der öffentlichen Hand in die Landwirtschaft geflossen ist um diese Investitionen zu tätigen.
00:25:29: Die Landwirte haben die Arbeit gehabt, sie haben selber mitfinanziert um die Trainagen zu errichten und die öffentliche Hand hat das unterstützt.
00:25:45: Und den Nutzen hat dann natürlich auch die Bevölkerung gehabt, weil sie besser versorgt war aus eigenen Quellen weniger abhängig von Importen und damit krisenresilienter geworden ist.
00:26:04: Das was vor hundert Jahren gemacht wurde müssen wir jetzt beginnen neu zu denken und neu auf den Weg zu bringen.
00:26:16: Wir haben auch das Thema Bodenverlust angesprochen.
00:26:20: Wie geht es dir als Wirtschaftsforschender?
00:26:23: Die Wirtschaft muss sich ja auch entwickeln können, könnte man sagen wir brauchen Fläche für Produktionsbetriebe jeglicher Art für Handelsbetrieber.
00:26:33: wie weit kann das gehen?
00:26:35: Wie geht's dir damit mit dem Flächenverluste?
00:26:37: Fruchtbaste Böen die
00:26:39: für
00:26:41: den nächsten Markt zugebaut werden?
00:26:44: Für die Gesellschaft ist das eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist.
00:26:53: Der Mensch hat ja das Bedürfnis Wohnraum zu haben und der Mensch hat das Bedörfnis mit Gütern versorgt zu werden und auch mobil zu sein.
00:27:05: Und für diese Bedürfe braucht man natürlich Fläche – und die Landwirtschaft ist nösterreich!
00:27:14: Jener Sektor, der die Fläche abgibt.
00:27:18: Und da ist das Interessante Folgendes.
00:27:24: Warum is in Österreich die Landwirtschaft?
00:27:26: Der Sektar, der diese Fläche abgebt.
00:27:30: Der Wald gibt keine Fläche.
00:27:32: Es gibt ein Forstgesetz und es zieht eine ganz strenge Linie was einmal Forst ist bleibt immer Forst.
00:27:45: Das heißt, wenn wir jetzt beispielsweise daran denken dass wir für die Landwirtschaft Flächen aus dem Forst herausnehmen damit wir wieder Ackerbau Gründland Wirtschaft betreiben das geht nicht weil wir nationale Gesetze haben und jetzt auch EU weite Gesetzen die das verhindern.
00:28:10: Und als Ökonom frage ich mich warum schützen wir den Wald mehr als unsere Ernährungsgrundlage.
00:28:21: Und das ist für mich ein großes Rätsel.
00:28:25: Daher habe ich da keine Antworten und wenn du mich fragst, wie es mir dabei geht sage ich dir, ich staune!
00:28:35: Du staunst über die Passivität oder du staunest dass wir hier nichts weiterbringen?
00:28:41: Du stauntest über die Elfhekte pro Tag.
00:28:47: Ich
00:28:50: staune über die Entscheidungsprozesse in einer Gesellschaft, die ihre eigene Ernährungsgrundlage errotiert.
00:28:58: Wir haben jetzt Gott sei Dank die Ziele und auch bessere Informationssysteme.
00:29:04: und so wie es ausschaut ist der Flächenfraß ich glaube man kann das schon nennen ein bisschen eingedämmt aber nicht verhindert.
00:29:17: und ein Grund, glaube ich ist schon auch in der Landwirtschaft zu suchen bei Grundeigentümern die ja selber Landwirte sind.
00:29:28: Aber nicht immer!
00:29:29: Es sind doch Nicht-Landwirte, die landwirtschaftliche Flächen haben.
00:29:34: Die sind natürlich in einem Dilemma.
00:29:39: Baugrundstücke sind sehr wertvoll gut verkauft werden.
00:29:46: Der Trag in der Landwirtschaft ist leider nicht der Beste, daher macht es ökonomisch Sinn Flächen zu verkaufen aus Sicht eines einzelnen Entscheidungsträgers.
00:30:00: Aus Sicht der Gesellschaft schaut die Sache natürlich anders aus.
00:30:04: da würde ich mir wünschen dass wir die Flächen die ja da sind aber gar nicht genutzt werden verbaut sind, nutzen um dort das zu errichten was wir benötigen.
00:30:21: Eine klare Aussage!
00:30:24: Wenn wir auf die Berge schauen spüren wir dass die Almwirtschaft unter Druck steht, dass wir weniger Tiere bekommen die unsere Almen offen halten, dass sie verbuschen vielleicht auch teilweise verwalten.
00:30:38: können wir uns das in Zukunft noch leisten?
00:30:41: Wollen?
00:30:41: Da
00:30:45: habe ich auch eines der großen Rätsel in meiner Karriere, weil ich noch keinen Experten, keine Expertin in Österreich gefunden habe die mir sagen könnte welche Almflächen wir vor hundert fünfzig zwanzig zehn Jahren hatten und welche Alm Fläche wir heute haben.
00:31:10: Wir haben Statistiken.
00:31:13: Alle Expertinnen und Experten sagen, die sind völlig falsch.
00:31:19: Das heißt ich als Forscher habe einmal ein Problem das sich
00:31:25: nicht verifizieren kann.
00:31:26: Dass ich nicht weiß.
00:31:31: wovon reden wir?
00:31:34: von einer Fläche aus dem Jahr zehnt Zehn die wir mit einer Million Hektar bestimmen können.
00:31:44: Wenn ich diese Zahl wüsste, dann könnten wir möglicherweise mit einem guten Monitoringssystem sagen jetzt haben wir nur mehr achthundert Millionen Hektar.
00:31:54: Entschuldigung, achthundertausend Hektars ist eine rasante Abnahme in zehn Jahren.
00:32:02: da das aber nicht bekannt ist oder zumindest mir nicht bekannt und ich frage dich kennst du jemanden der weiß wie groß die Almen in Österreich sind?
00:32:11: Und vor zwanzig Jahren waren?
00:32:14: Wie viel wir jetzt auftreiben und welche Flächen bewirtschaftet werden, wissen wir jetzt schon relativ genau.
00:32:20: Aber es hat sehr viele Umbrüche in der Ausweisung, in der Zielvariante gegeben, sodass wir die Zahlen von heute nicht vergleichen können mit den historischen Daten.
00:32:30: Da hast du recht!
00:32:32: Von den Aufstriebszahlen her wissen wir es aber sehr wohl, dass es weniger geworden ist.
00:32:37: Dass weniger Tiere hinaufgetrieben werden und das impliziert ja dann auch, dass weniger Futter genutzt wird.
00:32:44: Und die Tiere stehen dann eben in den Talregionen und fressen dort das Futter, das man möglicherweise im Winter jetzt brauchen würde.
00:32:53: Da ist es so.
00:32:54: der Rinderbestand hat in Österreich seit maizensechsundvierzig massiv abgenommen, das heißt die Tiere fressen nicht den anderen Tieren das Futter weg.
00:33:07: Ich glaube da können wir unbesorgt sein.
00:33:11: aber ich glaube was du meinst ist pro Tier pro GVE kann man davon ausgehen dass zwei drei Hektar Almfläche gut in Schuss gehalten werden wenn das Management passt.
00:33:28: Und wenn jetzt um zwanzig Prozent weniger Tiere aufgetrieben werden, heißt es dass um zwantig Prozent wenige Almen in gutem Zustand sind und daraus irgendwann Wald wird.
00:33:43: Ich glaube das ist für die Menschheit nicht so schlimm, dass die Landnutzung Wald ist ganz okay Die Biodiversität ist auch okay.
00:33:53: Es ist halt eine andere Biodiverzität, es ist nicht die Agrarpiodiversitäts- sondern die Waldbiodiversitäten.
00:34:01: Es sind Lebensräume, die dann nicht mehr so sind wie wir sie für bestimmte Artenzusammensetzungen brauchen.
00:34:14: und da ist die Nachricht leider diejenige dass das eigentlich nicht sehr große Perspektiven hat, aus zwei Gründen.
00:34:25: Das eine ist die Menschen haben eine Präferenz lieber Geflügel Fleisch zu essen als Rindfleisch und die Almen sind nicht wirklich produktiv was Milch betrifft.
00:34:44: Die ganze Menschheit auf der ganzen Welt giert nach Milch- und Milchprodukten.
00:34:51: Das ist ein Wachstumsmarkt und der Absatz von Milch wird in den nächsten zwanzig Jahren stark zunehmen.
00:35:00: Der Absatz vom Rindfleisch ist eine andere Sache, weil es einfach billiger einfacher ist, Gefügel zu mästen als Rinder.
00:35:14: Natürlich fressen Rinder ein anderes Futter als Geflügel damit natürlich am Teller.
00:35:27: Und weil es diese Konkurrenz gibt und weil wir in Österreich viel Grünland haben, das auch nicht als Acker genutzt werden kann oder darf aufgrund der Politik.
00:35:38: deshalb haben wir sehr viele Wiederkreuer in Österreich aber das ist eine Situation mit wenig Rückenwind.
00:35:52: Wir sind jetzt schon ein bisschen beim Teller angekommen, dass das Gefügelfleisch angesprochen.
00:35:59: Ernährungssicherheit, Ernährungstrends hängen ja auch zusammen.
00:36:08: Wie siehst du das?
00:36:10: Wenn es... wie verändert sich das gerade?
00:36:14: Wie wirkt das auf unserer Selbstversorgung?
00:36:18: Wie wollen wir darauf reagieren als Landwirtschaft?
00:36:21: in Österreich?
00:36:24: Ja, also ich selber habe mit anderen Forschern von der BOKO und auch an den Einrichtungen im Jahr zwei Tausend Neunzehn ein Forschungsprojekt begonnen.
00:36:39: Wo es um die Frage geht was sind die wahrscheinlichen Folgen wenn der Fleischkonsum in Österreich stark abnimmt?
00:36:48: Und das war ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt.
00:36:53: und als wir das begonnen haben, haben wir vermutet ja jetzt ist dieser große Trend zum veganen Lebensstil.
00:37:04: Wir müssen schauen dass wir mit unserer Arbeit möglichst rasch fertig werden damit wir nicht von den Ereignissen überrollt werden.
00:37:12: und nach vier Jahren waren wir dann eh fertig.
00:37:18: Und was wir gesehen haben, ist folgendes.
00:37:22: Ja es gibt den Trend zu mehr veganer Lebensweise.
00:37:28: wobei dieser Trend eigentlich nur so vor sich hin tröpfelt.
00:37:33: sind ein paar Menschen die das ja konsequent sind und es werden auch immer mehr.
00:37:41: aber Dieser Trend wird überrollt von dem Proteintrend, der seit drei Jahren ganz massiv von den USA nach Europa rüber schwarbt und molke die früher gar nicht als Schweinefutter handelbar war.
00:38:03: Das ist einfach übergeblieben!
00:38:06: Ist heute ein Luxusprodukt.
00:38:11: Selbst ich als Agrarexperte habe eine Voraussicht, die nicht allzu hoch eingeschätzt werden sollte.
00:38:20: Das heißt du willst uns die Botschaft mitgeben dass Ernährungstrends einen massiven Einfluss haben was gebraucht wird wohin sich etwas entwickelt?
00:38:32: Ich möchte nur ein Beispiel sagen.
00:38:35: ich hab dem Stefan Lindner im Podcast gehabt vor einigen Wochen und er hat gesagt Weichkäse, Topfen, Hüptenkäse.
00:38:46: Bumpt enorm und hat uns sehr geholfen im letzten Jahr weil wir eine sehr gute Milchproduktion hatten das unterzubringen.
00:38:57: Genau also die Landwirtschaft produziert Agrargüter und Agrargüter gehen in mehrere Kanäle.
00:39:06: traditionell wurden viele Agrargüter verwendet, um Textilien herzustellen.
00:39:11: Global ist das heute noch so.
00:39:14: in Mitteleuropa spielt es keine Rolle.
00:39:18: Agrargüter werden verwendete, um Industrie-Güter herzustellend wie vorher schon gesagt Stärke wird in vielen Produkten eingesetzt.
00:39:26: Agrargyter werden verwenden, um Tiere zu ernähren nicht nur Nutztiere sondern auch Pferde und Sehr viele Agrargüter werden eingesetzt, um Heimtiere zu ernähren.
00:39:39: Das ist ein Aspekt der völlig unterbeleuchtet ist und Agrargütter werden erzeugt, um Menschen zu ernähern.
00:39:48: Das heißt, Agrargüter sind vielfältig und da habe ich noch gar nicht die Energiekomponente mit berücksichtigt, die ebenfalls wichtig ist.
00:39:58: Ich glaube so etwa fünf Prozent von unserer Getreideproduktion Stärkekomponente betrifft als Ethanol im Treibstoffsektor verwendet.
00:40:11: Die Proteinkomponenten, die geht wieder als heimische Eiweißquelle in die Fütterung.
00:40:18: Das heißt Agrargüter sind sehr vielfältig und wenn man an die Fläche denkt ja da kann ich mit Agrarpv und anderen Nutzungen auch noch viel anfangen.
00:40:29: das heißt der landwirtschaftliche Betrieb diese Güter im Wesentlichen herstellen kann, der sehr breit aufgestellt.
00:40:40: und das worauf erhört sind die Marktsignale.
00:40:45: Und die Politik kann die Marktsignale in eine oder andere Richtung ein bisschen ablenken aber nicht völlig ausschalten.
00:40:56: Ich hatte gestern einen Gespräch mit einem Logistikbetrieb für Handelsketten Obstgemüse verbackt.
00:41:05: Und er hat gesagt, in den letzten zwei drei Jahren spürte er eine deutliche Veränderung von einem Überangebotsszenario das wir hatten zu einem Nachfragemarkt.
00:41:18: Das heißt der Handel kämpft um Produkte, gerade jetzt im heurigen Jahr.
00:41:26: Es gab keine Gurken vorübergehend weil es in Spanien nicht geregnet hat und in Griechenland und... Es verändert sich hier das Bild.
00:41:36: also landwirtschaftliche Produkte werden nachgefragt.
00:41:40: er ist in eine stärkere Position damit auch gekommen dem Handel gegenüber und die Landwirtschaft kann davon wahrscheinlich hoffentlich auch profitieren, wenn sie darauf rasch gut reagiert.
00:41:53: Möglicherweise, wie siehst du das?
00:41:55: Spürst du das auch ein bisschen dass es in gewissen Bereichen vulnerabler wird und sicherer wird und dass ihr es Partnerschaften braucht vielleicht auch in Zukunft?
00:42:07: Ja was wir jetzt sehen ist wirklich eine Ausnahmesituation wo über das ganze Sortiment hinweg Güter fehlen Und der erste Schritt, mit so einem Mangel umzugehen ist zunächst einmal die Kriterien zu lockern nach denen Produkte hergestellt werden.
00:42:27: Das heißt Bio-Bauern können Zufüttern von Betrieben, die nicht biozertifiziert sind.
00:42:37: Produkte, die aufgrund geografischer Indikationen definiert sind, können Zutaten auch außerhalb des typischen geografischen Rahmens zu kaufen.
00:42:52: Die Handelsmarken-Team müssen wahrscheinlich ihre Kriterien ändern, damit sie überhaupt noch versorgt werden.
00:43:01: Das heißt das ist eine Anpassung die durch administrative Kinkalitzen funktioniert ohne dass sich an der Versorgung etwas ändert.
00:43:15: Was die Versorgung betrifft, müssen wir auf die Welt schauen und dürfen den Fokus nicht auf Europa haben.
00:43:26: Und da ist es so wenn man OECD und FAO auch EU-Kommissionen das sind die Organisationen die den Agrargütermarkt global zweimal im Jahr sehr systematisch durchleichten.
00:43:43: Wenn man denen Glauben schenkt ist die Versorgungslage der Weltbevölkerung relativ gut und erodiert nicht.
00:43:55: Und zwar vor allem aus vollen Grund, weil in vielen Regionen der Welt das gemacht wird was wir begonnen haben vor hundert vor fünfzig Jahren zu machen Flächen die für den Landwirtschaft nutzbar sind, nutzba zumachen investieren in Mechanisierung, in Dünger.
00:44:21: Vor allem auch besser als Management.
00:44:24: und das was wir an Rückgängen in Europa jetzt wahrnehmen ist im Wesentlichen einmal dass es keine Steigerungen gibt.
00:44:37: wenn der Wassermangel sich häufiger wiederholt dann sinkt die Menge.
00:44:42: Die dürfte aber ausgeglichen werden durch Mengen, die woanders erzeugt werden.
00:44:48: Das heißt Europa wird in der Selbstversorgung möglicherweise sich verändern zurückgehen?
00:44:56: Natürlich Produkte, die von irgendwo her kommen sind halt dann auch irgendwie möglicherweise vor Ort produziert worden.
00:45:05: Ja wir haben eine schrumpfende Bevölkerung in vielen Ländern.
00:45:09: Das heißt, für die Versorgung ist das einmal ein Hinweis dass auch bei konstanter landwirtschaftlicher Produktion sich die Versorgnungslage pro Person verbessern könnte.
00:45:25: Wir kommen schon zum Schluss wenn du die Chance hättest an Stellschrauben zu drehen persönlich und Österreich im Fokus hast, die österreichische Landwirtschaft im Fokuss hast.
00:45:39: was wäre dir wichtig?
00:45:41: Wo würdest du ansetzen?
00:45:45: Um uns zukunft fit zu machen, meine ich.
00:45:48: Um schon das Ziel zu verfolgen Qualität zu produzieren auch so zu produziert dass es den Tieren gut geht zum Beispiel den Flächen gut geht Wohlwissend dass es teilweise global betrachtet nicht in diese Richtung geht oder noch nicht in dieser Richtung geht.
00:46:08: Was wären deine Ansätze für uns?
00:46:12: Ich glaube Da brauche ich auch gar nicht der große Experte sein, sondern wir können ruhig dort fortsetzen wo wir jetzt stehen.
00:46:24: Nämlich die Lehre ziehen aus dem was ich eben gesagt habe.
00:46:33: in vielen Gegenden der Welt werden wahrscheinlich vermehrt Agrargüter produziert, was in der Vergangenheit nicht der Fall war.
00:46:42: Das heißt das Angebot mit, wie ich sage, Commodities sind austauschbare Güter.
00:46:51: Dieses Angebot wird in etwa in dem Maß steigen, wie die Weltbevölkerung steigt.
00:46:57: Das heisst es gibt mehr Güter, die am Markt sind und wenn unsere Landwirtinnen da mitspielen wollen, dann geht das nur über die Qualität.
00:47:14: Über bessere Produkte.
00:47:16: Bessere Produkte heißt nicht unbedingt dass sie anders hergestellt werden aber es heißt, dass das Produkte sind, die für Verbraucherinnen und Verbrauchern attraktiv sind.
00:47:29: Und das sind diese Aspekte die du genannt hast Nachvollziehbarkeit der Produktionsmethoden Wie geht es den Nutztieren?
00:47:39: Ich glaube auch zunehmend, wie geht es dem Menschen am landwirtschaftlichen Betrieb.
00:47:44: Sind die Burnout gefährdet oder nicht burn out gefährdet?
00:47:47: was wird gemacht um auch die Produktion auf der sozialen Ebene zu ermöglichen?
00:47:55: das sind Dinge die für die Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtig sind nicht für alle aber für manche unsere Erzweiger einer Chance haben.
00:48:08: Gut, ich danke dir vielmals für die Möglichkeit zu diesem Broadcast Austausch!
00:48:13: Ich werde gerne wieder einmal zu dir kommen wenn etwas aufbobbt.
00:48:18: Ich weiß es ist immer interessant mit dir bei Ihnen zu Hause bedanke ich mich fürs Zuhören.
00:48:23: wir würden uns freuen wenn Sie unseren Broadcast teilen.
00:48:25: Wir haben jetzt schon fast zweihundert Folgen also es gibt sehr viele interessante Themen die nicht ablaufen.
00:48:31: Hören Sie wieder hinein bei Ergraßeins Wissenkombakt, unseren Podcast.
00:48:34: Und danke Franz Zinnerbill!
00:48:36: Ja vielen Dank für die Einladung und noch einen schönen Tag.
Neuer Kommentar